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Persönliche Frömmigkeit.
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Persönliche Frömmigkeit.

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Sprache: Deutsch
V&R Unipress, Vienna University Press
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Persönliche Frömmigkeit.
Dieser Artikel geht dem Verständnis alttestamentlicher Frömmigkeit nach und setzt es ins Verhältnis zur persönlichen Frömmigkeit in Ägypten. Auf eine Begriffsklärung folgt die Analyse des Wortfeldes „Frömmigkeit“ im Alten Testament. Die Textstellen werden auf ihre Bedeutung im Hebräischen hin analysiert. Darauf wird der Frömmigkeit im alten Ägypten nachgegangen und Laienfrömmigkeit von persönlicher Frömmigkeit unterschieden. Die vergleichende Analyse zeigt, dass „treu/loyal sein“ dem Verständnis der Frömmigkeit als individueller Gottesnähe am nächsten kommt. Hiob führt ein gerechtes Leben, wie es auch den Ordnungen der Maʼat entspricht. Dieses sollte nicht mit „fromm“ übersetzt werden. Die Erfahrung des Verlustes einer konnektiven Gerechtigkeit kann in Zeiten der Krise zu einer Gottesnähe führen, die sich auf Gott allein ausrichtet. Diese Haltung, die in vielen ägyptischen Hymnen und Gebeten der Ramessidenzeit ausgesprochen wird, findet sich auch in weisheitlichen Individualpsalmen. Persönliche Frömmigkeit als individuelle Gottesnähe zeigt sich in ägyptischen Hymnen und den Psalmen durch den Gebrauch von Standardattributen und Lobpreisformeln. Sie liegt auf einem hohen ästhetisch-literarischen Niveau und ist nicht der Laienfrömmigkeit einer Armenschicht zuzurechnen und auch nicht einem späten religionsgeschichtlichem Stadium. In der persönlichen Frömmigkeit wird das religiöse Leben des Einzelnen nicht erst geschaffen, sondern erhält nur eine Intensivierung und Höherbewertung: Dieses ist nicht erst einer Spätzeit zuzurechnen.