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Überlegungen zur Übersetzung von Joh 20,19 und 20,29
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Überlegungen zur Übersetzung von Joh 20,19 und 20,29

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Vandenhoeck & Ruprecht
Das 20. Kapitel des Johannesevangeliums enthält die Berichte überdie Begegnungen der Jünger mit... mehr
Überlegungen zur Übersetzung von Joh 20,19 und 20,29
Das 20. Kapitel des Johannesevangeliums enthält die Berichte überdie Begegnungen der Jünger mit dem Auferstandenen. Für zwei Verse dieses Kapitels wird eine neue Übersetzung vorgeschlagen. Eine strikt wörtliche Übersetzung von Joh 20,19 stellt eine – möglicherweise entscheidende – Akzentverschiebung im Ablauf der Handlung dar: Während nach gängigen Übersetzungen der Eindruck entsteht, dass sich die Jünger erst am Abend des Tages, an dem Jesus auferstanden war, wieder versammelten, lässt eine wörtliche Übersetzung des Verses den Schluss zu, dass die Jünger den ganzen Tag hinter verschlossenen Türen verbrachten. Die für Joh 20,29 vorgeschlagene Übersetzung – es geht um die Erscheinung des Auferstandenen vor Thomas – hat weitreichende theologische Implikationen. Falls das ὅτι, das normalerweise an dieser Stelle kausal übertragen wird, einen Objektsatz einleiten sollte, so ist gerade nicht die Tatsache, dass die ersten Jünger den Auferstandenen sehen konnten, eine Grundlage für den Glauben derer, die das Evangelium lesen und nicht zum Kreis derer gehörten, welche den Auferstandenen noch sehen konnten. Vielmehr wäre nach der vorgeschlagenen Übersetzung in sich jede sinnliche Wahrnehmung des Auferstandenen problematisch, da es sich grundsätzlich auch um eine Sinnestäuschung gehandelt haben könnte.