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Die Auswirkungen von Adoption am Beispiel der „British Chinese Adoption Study“
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Die Auswirkungen von Adoption am Beispiel der „British Chinese Adoption Study“

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Vandenhoeck & Ruprecht
Kliniker überschätzen häufig die auftretenden Probleme adoptierter Kinder und Erwachsener, da... mehr
Die Auswirkungen von Adoption am Beispiel der „British Chinese Adoption Study“
Kliniker überschätzen häufig die auftretenden Probleme adoptierter Kinder und Erwachsener, da diejenigen mit einer guten psychologischen und sozialen Anpassung nicht in der Praxis vorstellig werden. Forschung im Bereich von Adoption und ihren Folgen kann ohne differenzierte Informationen über die Hintergründe der Adoption schwierig sein. Forschungsbeispiele liegen aus den folgenden drei Bereichen vor: Säuglingsadoptionen, Adoptionen von misshandelten Kindern aus öffentlichen Einrichtungen und Auslandsadoptionen ehemaliger Waisenkinder. Obwohl negative Folgen für einige Betroffene unbestritten sind, ist die Wiedergesundung von widrigen Umständen einer Adoption üblicher als viele annehmen würden. Es ist wichtig festzuhalten, dass die anschließende Aufnahme in einem stabilen und anregenden Umfeld die Basis für einen erfolgreichen Umgang mit zukünftigen Herausforderungen bilden kann. Da die meisten Follow-Up-Studien nicht über die Adoleszenz oder das frühe Erwachsenenalter hinausgehen, gibt es kaum Wissen über die Langzeitfolgen von Adoption. Die „British Chinese Adoption Study“ (Britisch-Chinesische Adoptionsstudie) begleitete über einen Zeitraum von 50 Jahren chinesische Mädchen aus Waisenhäusern, die in Großbritannien adoptiert wurden. Die Studie wird als Beispiel dafür herangezogen, dass sich trotz früher aversiver Erfahrungen langfristig positive Entwicklungen zeigen können. Die Ergebnisse der Einschätzung der mentalen Gesundheit waren äquivalent zu einer Alters-gematchten Vergleichsgruppe nicht-adoptierter britischer Frauen. Die meisten der adoptierten Frauen wurden als „gut angepasst“ eingestuft und hatten im Vergleich mit der Kontrollgruppe häufiger höhere Bildungsabschlüsse erreicht. Es entstehen also nicht zwangsläufig lebenslange negative Auswirkungen aufgrund früher aversiver Erfahrungen. Eine Verbesserung der Lebensumstände kann zu einer Wiedergesundung und zu guten Anpassungsleistungen im Erwachsenenalter führen. Implikationen der Studie für die Praxis als auch die Forschung werden diskutiert.