Der Artikel wurde erfolgreich hinzugefügt.
Normativ-empirische Bestimmung des Personalbedarfs in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie
Zeitschriftenartikel

Ausgabeformat:

Sprache:
Vandenhoeck & Ruprecht
Fragestellung: Es besteht ein hohesMaß an Fehlversorgung bei Patienten mit somatoformen Störungen... mehr
Normativ-empirische Bestimmung des Personalbedarfs in der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie
Fragestellung: Es besteht ein hohesMaß an Fehlversorgung bei Patienten mit somatoformen Störungen und bei multimorbiden Patienten mit psychischer Komorbidität. Durch die Einbindungpsychosomatisch-psychotherapeutischer Abteilungen in die Krankenhäuser der Maximalversorgung kann diese Problematik deutlich reduziert werden. Aufgrund der Aufnahme von einigenwenigen großen Fachkliniken in die Kalkulationsgrundlage im Psych-Entgeltsystem sank jedoch der Day-Mix-Index (DMI). Die massive Absenkung der kalkulierten Kosten je Berechnungstagführt zu einerFinanzierungsschieflage,die zumindest bei den universitärenpsychosomatisch-psychotherapeutischenAbteilungen den Verlust der notwendigen Personalausstattung bedingt. Ziel dieses Artikels ist daher die empirische Überprüfung der normativ definierten Personalanhaltszahlen mit der nach demPEPP-Systemanzunehmenden Finanzierungsgrundlage.Methode: Den in den Personalanhaltszahlen von Heuft (1999) veröffentlichten Minutenwerten wurden PEPP-Minutenwerte aus der Kalkulation des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) aus den Jahren 2013 und 2014 gegenübergestellt. Ergebnisse: Die aus den PEPP-Daten berechnetenMinutenwerte weisen eine bemerkenswerteKonvergenz mit den Minutenwerten von Heuft (1999) auf.Diskussion: Ein reines Preissystem, wie es das bisherige PEPP-Entgeltsystem konzipiert, bedroht empirisch nachweisbar die qualifizierte Personalausstattung psychosomatisch-psychotherapeutischer Krankenhausabteilungen. Um die erforderliche Therapiedosis sicherstellen und gemäß dem gültigen OPS-Prozeduren-Schlüssel in Minutenwerten abbilden zu können,sind die in diesem Artikel angegebenen Mindest-Minutenwerte zur Substanzerhaltung dringend erforderlich. Anhand der vorliegenden Kalkulation ist von der Politik aktuell ein Basisentgeltwert von wenigstens 285 e zu fordern. Zukünftige Kostenentwicklungen bei den Personalkosten müssen zu 100 % refinanziert werden.
Autoreninfos