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Keine Toleranz für Intoleranz?
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Keine Toleranz für Intoleranz?

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Vandenhoeck & Ruprecht
Aus einer psychoanalytischen bzw. psychosozialen Perspektive stellen der religiöse und der... mehr
Keine Toleranz für Intoleranz?
Aus einer psychoanalytischen bzw. psychosozialen Perspektive stellen der religiöse und der politische Extremismus eine seelische Rückentwicklung, eine ‚Regression‘ auf unreife Entwicklungsstadien und archaische psychische Regulationsmechanismen dar. Psychodynamisch betrachtet ist der Extremismus jeglicher Couleur das Produkt von Verunsicherungund Angst und deren megalomaner Abwehr. Im malignen Narzissmus des Extremisten regieren vor allem die frühkindlichen unbewussten Mechanismen der ‚Spaltung‘, der ‚Externalisierung‘und der ‚Projektion‘. Dadurch entsteht die simplifizierende, eindimensionale Welt des Fundamentalisten, in der ‚das Gute‘, ‚Reine‘ und ‚Ideale‘ eindeutig von ‚dem Bösen‘, ‚Unreinen‘ und ‚Unvollkommenen‘ differenziert werden kann. Da der Fundamentalist sich der sicheren Überzeugung wähnt, dass er die einzige und richtige ‚Wahrheit‘ besitzt, muss er fanatisch und hasserfüllt all diejenigen bekämpfen, die seine Selbstgewissheit durch abweichende Auffassungen gefährden. Er ist nicht in der Lage, die ‚Andersartigkeit des Anderen‘ (Levinas) zu respektieren, weil es ihn zu stark verunsichern würde. Aus dieser Angst entspringen dann auch der ‚Rassismus‘ bzw. die ‚Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‘. Die Auseinandersetzung um die absolute Wahrheit kann nur in destruktive, tödliche Gewalt münden, wenn sie nicht durch ‚Realitätsprüfung‘ und Toleranz modifiziert wird.
Autoreninfos
    • Thomas Auchter
    • Dipl.-Psych. Thomas Auchter arbeitet in eigener psychoanalytischer Praxis in Aachen und ist Dozent und Lehrtherapeut am Institut der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf.
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