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Methodische Qualität und Bindungsdiagnostik im Kontext familienrechtspsychologischer Gutachten
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Methodische Qualität und Bindungsdiagnostik im Kontext familienrechtspsychologischer Gutachten

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Vandenhoeck & Ruprecht
Die Ziele der vorliegenden Untersuchung bestanden zum einen darin, an einer repräsentativen... mehr
Methodische Qualität und Bindungsdiagnostik im Kontext familienrechtspsychologischer Gutachten
Die Ziele der vorliegenden Untersuchung bestanden zum einen darin, an einer repräsentativen Stichprobe festzustellen, ob und inwieweit familienrechtspsychologische Gutachten zentralewissenschaftliche Qualitätskriterien erfüllen. Weiterhin wurde die Art und Qualität der Erfassung von Bindung – einem zentralen Kindeswohlkriterium - analysiert. Die Kriterien zur Bewertung wurden aus den „Richtlinien für die Erstellung Psychologischer Gutachten“ (Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen,1994) und den Empfehlungen der Arbeitsgruppe „Qualitätsstandards für psychodiagnostische Gutachten“ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs, 2011) abgeleitet sowie der einschlägigen Literatur zur Gutachtenerstellung und Bindungsdiagnostik entlehnt. Insgesamt wurden 116 Gutachten aus den Jahren 2010 und 2011 untersucht, die aus Vollerhebungen an vier Amtsgerichten stammten. Alle Gutachten wurden von zwei unabhängigen Beurteilerinnen beurteilt. Die Untersuchung offenbart, dass nur eine Minderheit der Gutachten zentrale fachliche Standards erfüllt. Ebenso wird in der überwiegenden Zahl der Gutachten nicht nachvollziehbar beschrieben, welches theoretische Konzept von Bindung derentsprechenden Diagnostik zugrunde liegt und wie Interpretationen zur Bindung der Kinder psychologischwissenschaftlich begründet werden. Am Beispiel der Bindungsdiagnostik zeigt sich, dass die Qualität des diagnostisch-methodischen Vorgehens und die des diagnostisch-inhaltlichen Urteils voneinander abhängen.