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Gruppen leiten lernen. Selbsterfahrung und Supervision in einer Gruppe?
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Gruppen leiten lernen. Selbsterfahrung und Supervision in einer Gruppe?

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Vandenhoeck & Ruprecht
Nur ein kleiner Teil der ausgebildeten Gruppenpsychotherapeuten wendet in seinen Praxen... mehr
Gruppen leiten lernen. Selbsterfahrung und Supervision in einer Gruppe?
Nur ein kleiner Teil der ausgebildeten Gruppenpsychotherapeuten wendet in seinen Praxen tatsächlich Gruppenpsychotherapie an. Ausbildungsinstitute könnten sich fragen, ob dies auch an einer nicht ausreichend für diese Arbeit qualifizierenden Aus- und Weiterbildung liegt. In der Arbeitsgemeinschaft für die Anwendung der Psychoanalyse in Gruppen (AGG) in Göttingen gehen wir davon aus, dass ein Ausbildungskonzept mit einer dichten Verknüpfung von Selbsterfahrung (SE), Supervision (SV) und Theorie bei Weiterbildungsteilnehmern zu einem höheren Kompetenzerleben und einer stärkeren Bereitschaft führt, nach Ende der Ausbildung selbst Gruppen anzubieten. Zu diesem Ausbildungskonzept gehört auch, dass eine konstante Gruppe von Weiterbildungsteilnehmern über die Zeit der Weiterbildung mit einem Gruppenlehranalytiker zusammen arbeitet, der sowohl Selbsterfahrung als auch Supervision in dieser Gruppe anbietet. Diese Kombination von Selbsterfahrung und Supervision in einer Gruppe und mit einem Gruppenleiter wird mit Hinweis auf eine eingeschränkte Abstinenz des Gruppenleiters und vermutete Einschränkungen der Möglichkeiten der Selbsterfahrung kritisiert. Eine systematische Literatursuche zeigt keine empirischen Daten zu Ergebnissen unterschiedlicher Ausbildungen in Gruppenanalyse und zum Einfluss der Gestaltung von Selbsterfahrung auf die beruflichen Qualitäten der Lernenden. Vor diesem Hintergrund wurden sieben Gruppenlehranalytiker und neun Ausbildungskandidaten befragt, die sowohl Kombinationen von Selbsterfahrung und Supervision in einer Gruppe als auch deren personelle Trennung kennen. Die Befragung zeigt, dass innerhalb der AGG unterschiedliche Modelle einer Kombination von SE und SV praktiziert werden. Es findet sich eine hohe Zufriedenheit der Lehrenden und Lernenden mit diesen Modellen. Das Erleben der wechselseitigen Einflüsse von SV auf die SE und umgekehrt wird als wichtige Lernerfahrung beschrieben. Wir diskutieren die Bedeutung der Einbindung in ein Curriculum mit Theorieveranstaltungen und weiteren Möglichkeiten, Erfahrungen in Gruppen zu sammeln, für die genannten Modelle. Forschung zur Bedeutung und Gestaltung der Selbsterfahrung in der gruppenanalytischen Ausbildung und zum Transfer des Gelernten in die Anwendung in der Praxis fehlt und ist dringlich.
Autoreninfos
    • Hermann Staats
    • Hermann Staats ist Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker und Paar- und Familientherapeut. Er arbeitet als Professor für psychoanalytisch orientierte Entwicklungspsychologie an der Fachhochschule Potsdam, in freier Praxis und in der Aus- und Weiterbildung.
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    • Andreas Dally
    • Andreas Dally, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychoanalytiker (DPG, DGPT), Gruppenlehranalytiker (D3G); Ärztlicher Leiter des Bereichs „Klinische Psychotherapie Erwachsener“ im Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn; Gruppenlehranalytiker in der Arbeitsgemeinschaft für die Anwendung der Psychoanalyse in Gruppen (AGG), Dozent am Lou-Andreas-Salomé-Institut Göttingen.
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