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Die Mentalisierende Berufsausbildung – Praxisbericht aus einer Pilotstudie an einem Berufsbildungswerk für lernbehinderte Adoleszente
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Die Mentalisierende Berufsausbildung – Praxisbericht aus einer Pilotstudie an einem Berufsbildungswerk für lernbehinderte Adoleszente

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Vandenhoeck & Ruprecht
Im Praxisbericht werden erste Ergebnisse aus der Pilotstudie zum Programm „Mentalisierende... mehr
Die Mentalisierende Berufsausbildung – Praxisbericht aus einer Pilotstudie an einem Berufsbildungswerk für lernbehinderte Adoleszente
Im Praxisbericht werden erste Ergebnisse aus der Pilotstudie zum Programm „Mentalisierende Berufsausbildung“ vorgestellt, mit dem die Wirksamkeit der beruflichen Rehabilitation in einem Berufsbildungswerk verbessert werden soll. Ausgehend von der Grundannahme, dass Motivationsprobleme und eine mangelnde Erreichbarkeit der Teilnehmer unter anderem auf Mentalisierungsschwächen zurückgeführt werden können, wurde ein Präventionsprogramm konzipiert, mit dem langfristig ein mentalisierungsförderliches Systemklima etabliert werden soll nach dem Vorbild des Programms der „Peaceful Schools“ nach Fonagy und Twemlow. Das Präventionsprogramm besteht aus vier Modulen: einer psychoedukativen Fortbildungen für alle Mitarbeiter, einer begleitenden Supervision für zwei Rehateams, zwei mentalisierungsfördernden Trainingsgruppen für ausgewählte Teilnehmer und einer wöchentlichen Intervision des Forschungsteams zur Reflexion der Organisationsperspektive. Im Rahmen der Begleitforschung wurden bei allen Teilnehmern und Mitarbeitern das Mentalisierungsinteresse und die Bindungsstile erhoben. Bei den Teilnehmern wurden zusätzlich Mentalisierung mit einem objektiven videobasierten Test und die allgemeine Intelligenz erhoben. Dabei zeigte sich, dass die Teilnehmer sowohl signifikant höhere Bindungsängste und Bindungsvermeidung auswiesen als auch ein vermindertes Interesse mentalisierend über sich und andere nachzudenken. Darüber hinaus zeigten die Teilnehmer sehr niedrige Mentalisierungsfähigkeiten (vergleichbar mit dem autistischen Spektrum), die jedoch unabhängig von den kognitiven Einschränkungen der allgemeinen Intelligenz waren. Auf der Organisationsebene wurde deutlich, dass die Umstellung des Berufsbildungswerks auf mehr Wirtschaftlichkeit seitens der Mitarbeiter konflikthaft verarbeitet wurde und Überforderungsgefühle in der Auseinandersetzung mit den Teilnehmern (mit teilweise traumatischen familiären Erfahrungen) eine Regression der Organisation auf den teleologischen Modus begünstigten.
Autoreninfos
    • Svenja Taubner
    • Prof. Dr. phil. Svenja Taubner, psychologische Psychotherapeutin mit der Fachkunde Analytische Psychotherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ist Professorin für Psychosoziale Prävention und Direktorin des gleichnamigen Instituts in der medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Sie ist Supervisorin und Ausbilderin für Mentalisierungsbasierte Therapie mit Adoleszenten (MBT-A). Sie ist Mitherausgeberin der Zeitschriften »Psychotherapeut«,und »Praxis der Kinderpsychologie und...
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