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Mentalisierung und Bindungstransmission
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Vandenhoeck & Ruprecht
Die hier vorgestellte Studie untersuchte mütterliche Mentalisierungsfähigkeit und... mehr
Mentalisierung und Bindungstransmission
Die hier vorgestellte Studie untersuchte mütterliche Mentalisierungsfähigkeit und Symptombelastung inklusive Depressivität hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für die kindliche Bindungssicherheit am Ende des ersten Lebensjahres anhand von 44 Mutter-Kind-Dyaden einer niedrig-Risiko Gemeindestichprobe. Mütterliche Mentalisierungsfähigkeit wurde multidimensional als Reflective Functioning (off-line) und Mind-Mindness (on-line) erhoben. In einem längsschnittlichen Design wurde die mütterliche Mind-Mindedness anhand einer Mutter-Kind-Interaktionsszene im Alter von drei Monaten kodiert. Die Allgemeine Symptombelastung inklusive Depressivität der Mutter (SCL-90-R) wurde im Alter von neun Monaten erfasst. Am Ende des ersten Lebensjahrs wurden die mütterlichen Bindungsrepräsentationen einschließlich des Reflective-Functioning anhand des Adult-Attachment-Interviews untersucht und die kindliche Bindungssicherheit wurde im Rahmen des Fremde-Situations-Tests erfasst. Sichere mütterliche Bindungsrepräsentationen hingen mit einem höheren Reflective Functioning, einer größeren Häufigkeit an Mind-Mindedness sowie einer niedrigeren allgemeinen und depressiven Symptombelastung zusammen. Moderationsanalysen zeigten einen statistischen Trend (p = 0,08), dass die Häufigkeit von mind-related Kommentaren und die allgemeine Symptombelastung der Mutter zusammen als Moderatoren einen Einfluss auf die Weitergabe mütterlicher Bindungsrepräsentationen auf ihr Kind haben. Der Moderationseffekt kann vorsichtig so interpretiert werden, dass unsicher gebundene Mütter mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher gebundene Kinder haben, wenn sie eine niedrige allgemeine Symptombelastung aufweisen und bereits in einem Alter von drei Monaten einen starken verbalen Bezug auf die mentalen Befindlichkeiten des Kindes nehmen. Die Studienergebnisse verweisen auf die Bedeutsamkeit der Steigerung der mütterlichen Mind-Mindedness sowie einer Verringerung der allgemeinen Symptombelastung, um die transgenerationale Weitergabe unsicherer Bindung zu vermeiden.
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