Der Artikel wurde erfolgreich hinzugefügt.
Behandlungsabbrüche während einer stationären Psychotherapie
Zeitschriftenartikel
7,00 € *  (D)

inkl. MwSt., versandkostenfrei innerhalb D/A/CH

Sofort als Download lieferbar

Ausgabeformat:

Sprache:
Vandenhoeck & Ruprecht
Fragestellung: Therapieabbrüche ziehen Konsequenzen nach sich, unter anderem für die Patienten... mehr
Behandlungsabbrüche während einer stationären Psychotherapie
Fragestellung: Therapieabbrüche ziehen Konsequenzen nach sich, unter anderem für die Patienten selbst, ihre Mitpatienten, den Therapeuten und die Klinik. In dieser Studie wurde untersucht,ob und in wie weit sich betroffene Patienten frühzeitig identifizieren lassen. Methode: Patienten der Abteilung für PsychosomatischeMedizin und Psychotherapie derMedizinischenUniversitätsklinik Tübingen wurden retrospektiv in einer Fall-Kontroll-Studie mittels Matched-Pairs-Technik untersucht. In der konsekutiven Fallgruppe waren 59 Abbrecher, 50 Frauen und neun Männer. Diese wurden in 28 Frühabbrecher und 31 Spätabbrecher unterteilt. Die Daten wurden zwischen Frühabbrechern, Spätabbrechern und der Kontrollgruppeim Hinblick auf Unterschiede in den Bereichen allgemeine Psychopathologie (SCL- 90-R, IIP-D, SF-36), den Gründen für den Abbruch und den soziodemographischen Daten verglichen.Ergebnisse: Frühabbrecher waren signifikant jünger als Spätabbrecher, lebten häufiger bei Eltern oder allein und hatten imVergleich zu den Spätabbrechern häufiger eine Essstörung. Spätabbrecher lebten öfter mit Partnern zusammen und hatten öfter somatoforme Störungen als die Frühabbrecher. Die Abbruchsgründe unterschieden sich nicht zwischen den Früh- undden Spätabbrechern. Es fanden sich keineUnterschiede im Hinblick auf Psychopathologie (im SCL-90-R) und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36). Spätabbrecher hatten im Vergleich zu ihren Kontrollen signifikant geringereWerte auf der Skala Autokratie/Dominanz (IIP). Diskussion: Ein Behandlungsabbruch ist ein multifaktorielles Geschehen, das sich zwar nicht allgemein, aber möglicherweise diagnosebezogen voraussagen lässt mit diagnosespezifischen Instrumenten, insbesondere im Hinblick auf interpersonelle Verhaltensmuster. In weiteren Studien sollten gezielt Interventionen entwickelt und überprüft werden, die es ermöglichen, das Risiko für Therapieabbrüche zu minimieren, um so Behandlungen im Sinne des Patienten zielführend abschließen zu können.