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Das Geschlecht in der Gruppe oder Das Geschlecht der Gruppe? »Doing Gender« in der Gruppenpsychotherapie
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Das Geschlecht in der Gruppe oder Das Geschlecht der Gruppe? »Doing Gender« in der Gruppenpsychotherapie

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Vandenhoeck & Ruprecht
Gender bzw. Geschlecht gehören bis heute zu den wichtigsten Strukturkategorien des... mehr
Das Geschlecht in der Gruppe oder Das Geschlecht der Gruppe? »Doing Gender« in der Gruppenpsychotherapie
Gender bzw. Geschlecht gehören bis heute zu den wichtigsten Strukturkategorien des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die vorliegende Untersuchung gibt zunächst einen Überblick über bisherige Untersuchungen zum Faktor Gender/Geschlecht in der (Gruppen-)Psychotherapie. Der empirische Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung einer psychotherapeutischen Gruppe (n = 10; 5 Frauen, 5 Männer) im Hinblick auf ihre Interaktionsstruktur aus einer „Doing Gender“-Perspektive. Als Methode diente die SYMLOG-Interaktionssignierung nach Bales und Cohen (1982). In der untersuchten Gruppe hatten Frauen einen signifikant höheren Interaktionsanteil als Männer und wurden ebenso signifikant häufiger angesprochen. Die Verteilung der Interaktionen auf Gesprächsdyaden zeigt, dass der Großteil der Interaktionen zwischen Frauen und Männern stattfinden, aber nur 12,5 % der Interaktionen zwischen Männern. Frauen äußerten signifikant häufiger expressiv-emotionale Interaktionsinhalte. Die übrigen SYMLOG-Dimensionen zeigten keine stereotyp angenommenen interaktionellen Unterschiede. Während Frauen sich in ihren Selbstäußerungen relativ ausgeglichen darstellten, sprachen Männer häufiger negativ über sich selbst. Die Untersuchung wirft die Frage nach der (Gruppen-)Psychotherapie als sozialisationsbedingt geschlechtstypischem Setting auf, das dem interdependenten Selbstkonzept von Frauen mehr entgegenkommt als der gesellschaftlichen Männlichkeitsnorm von Unabhängigkeit und Stärke. Der Artikel schließt mit einer Forderung nach genderreflektierter psychotherapeutischer und gruppenpsychotherapeutischer Arbeit.
Autoreninfos
    • Wolfgang Tress
    • Prof. Dr. med. Dr. phil. Wolfgang Tress, Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Dipl.-Psych., Psychoanalytiker (DGP, DAAG, DGPM) (DGPT, DPG, DAGG), ist Ärztlicher Direktor des Klinischen Instituts und der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Düsseldorf; Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf e. V.
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    • Volker Tschuschke
    • Prof. Dr. Volker Tschuschke ist Diplompsychologe, Psychoanalytiker (DGPT, DAGG); Leiter der Abteilung Medizinische Psychologie der Universität Köln, Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie (Ärztlicher Leiter: Prof. Dr. Karl Köhle).
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