Der Artikel wurde erfolgreich hinzugefügt.
Gruppenpsychotherapie im höheren Lebensalter – Eine qualitative Studie als kontrollierte Praxis
Zeitschriftenartikel
7,00 € *  (D)

inkl. MwSt., versandkostenfrei innerhalb D/A/CH

Sofort als Download lieferbar

Ausgabeformat:

Sprache:
Vandenhoeck & Ruprecht
Die Notwendigkeit der Psychotherapie für ältere Patienten steht außer Frage, auch angesichts... mehr
Gruppenpsychotherapie im höheren Lebensalter – Eine qualitative Studie als kontrollierte Praxis
Die Notwendigkeit der Psychotherapie für ältere Patienten steht außer Frage, auch angesichts annähernd gleicher Prävalenzraten für psychische Störungen im mittleren und höheren Lebensalter. Damit besteht erhöhter Forschungsbedarf. Insbesondere zur Form der kohorten- und störungsspezifischen Gruppenpsychotherapie gibt es bisher wenige Studien mit relevanten Ergebnissen. Dargestellt werden die Ergebnisse einer die Behandlung begleitenden qualitativen Pilotstudie zu einer tiefenpsychologisch fundierten Gruppentherapie mit Patienten im Alter von 60 bis 75 Jahren. Zentrale Themen dieser Gruppe betrafen Ängste vor Vergesslichkeit, Krankheit, Tod und das Alter an sich, das Zeiterleben, die Kontrolle im Leben, aber auch Zukunftsvorstellungen, der Blick auf die Vergangenheit im Kontext der aktuellen Lebenssituation, der Umgang mit Konflikten und wesentliche Selbstaspekte. Erkenntnisse zum Gruppenprozess zeigten einen großen Wunsch der Patienten nach Anleitung, Strukturierung und Förderung durch die Therapeuten verbunden mit einer erschwerten Übertragungssituation aus dem generationsbedingten Rollenverständnis heraus. Neben positiven Aspekten der Altershomogenität im Sinne von hohem Kohärenzerleben und guter Verständigung auf gleicher Generationsebene und der Ressource einer allgemeinen „Entschleunigung“ des Prozesses zeigte sich auch eine Belastung durch hohe Selbstansprüche und ausgeprägtes Leistungsstreben. Diskutiert werden der therapeutische Umgang mit der langsamen Prozessdynamik in der Gruppe bei Themen um nachlassende körperliche und geistige Funktionen und der Auseinandersetzung mit Tod und Sterben. Empfohlen werden die direktere Ansprache der Themen und eine stärkerer Strukturierung des therapeutischen Prozesses durch Therapeuten sowie eine Flexibilisierung des Settings. Besonderer Beachtung bedarf die Aktivierung existenzieller Ängste und deren Abwehr in der Gegenübertragung.
Autoreninfos
    • Wolfgang Tress
    • Prof. Dr. med. Dr. phil. Wolfgang Tress, Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Dipl.-Psych., Psychoanalytiker (DGP, DAAG, DGPM) (DGPT, DPG, DAGG), ist Ärztlicher Direktor des Klinischen Instituts und der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Düsseldorf; Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf e. V.
      mehr...
    • André Karger
    • Dr. André Karger, Dr. med., MME, Oberarzt am Klinischen Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf, Leiter des Bereichs Psychoonkologie am Universitätstumorzentrum, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalytiker (DGPT), Psychoonkologe (DKG), Lehrtherapeut und Supervisor. 
      mehr...