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Merkmale von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie in der Hamburger Spezialsprechstunde
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Vandenhoeck & Ruprecht
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Merkmale von Kindern und Jugendlichen mit Geschlechtsdysphorie in der Hamburger Spezialsprechstunde
Angesichts der steigenden Nachfrage nach diagnostischer Abklärung und Behandlung bei Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter fehlen im deutschsprachigen Raum weitestgehend empirische Daten zu Merkmalen und Entwicklungsverläufen dieser klinischen Population. Aus diesem Grund wurden die demografischen Merkmale der Inanspruchnahmepopulation einer Spezialsprechstunde in Hamburg anhand von Patientenakten untersucht. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2010 wurden insgesamt 45 Patient/innen mit Verdacht auf Geschlechtsdysphorie in der Sprechstunde vorgestellt, davon erhielten 88.9 % eine F64-Diagnose nach ICD-10. Innerhalb dieser Gruppe ergab sich ein Geschlechterverhältnis von 1:1.5 (M:F). Mädchen mit diagnostizierter Geschlechtsidentitätsstörung waren zum Zeitpunkt der Erstvorstellung im Schnitt älter als Jungen und prozentual häufiger bereits im Jugendalter (> 12. Lebensjahr). Gleichzeitig berichteten sie häufiger von Erstauftreten geschlechtsdysphorischen Erlebens und Verhaltens im frühenKindesalter. Weibliche Jugendliche konnten zudem häufiger bereits Aussagen zu ihrer sexuellen Orientierung treffen (Mehrzahl im Jugendalter sexuell zum eigenen Geschlecht hingezogen) und zu Wünschen nach geschlechtsverändernden körpermedizinischen Maßnahmen. Mehr Mädchen als Jungen gaben an, in der Vergangenheit und/oder aktuell selbstverletzendes Verhalten gezeigt, Suizidgedanken gehabt und/oder Suizidversuche unternommen zu haben. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geschlechtsdysphorische Mädchen und Jungen sich in ihrem klinischen Erscheinungsbild bei Erstvorstellung unterscheiden und es, vor allem in Hinblick auf Altersunterschiede, unterschiedlicher Beachtung und individueller Behandlungsansätze bedarf.