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Der Gott des Gemetzels
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Vandenhoeck & Ruprecht
In Organisationen findet man bekanntlich Semantiken, die stark an familiäre Kommunikation... mehr
Der Gott des Gemetzels
In Organisationen findet man bekanntlich Semantiken, die stark an familiäre Kommunikation erinnern. Gleichzeitig stößt man in Familien zunehmend auf eine mehrwürdige Checklisten-, Zweck- und Zielkommunikation, die man eigentlich eher aus Organisationen kennt. Offenbar reagieren beide Systeme auf externe Reize, die ein solches gegenseitiges Kopierverhalten nahelegen. Dabei scheint Führung eine Rolle zu spielen, inbeiden Kontexten ist sie schwieriger geworden und sucht nach Entlastungsmöglichkeiten. Dieser Text versucht die Hintergründe, die jeweilige Verwendungsweise und die Folgen des Einen im Anderen aufzuspüren und stellt die Kernfrage, was beide Systemtypen in ihremVerhalten eint.Wir wollen die These von Eva Illouz von der gegenläufigen Emotionalisierung des Kapitalismus einerseits und der Verökonomisierung von Intimsystemen andererseits mit einem systemtheoretisch inspirierten Blick auf die Rolle der Organisation aufgreifen und etwas präzisieren. Es soll der Versuch unternommen werden,zunächst die Logik von Familien mit jener von Organisationen zu vergleichen, das heißt ihre Ähnlichkeiten und Gegensätzlichkeiten aufzuspüren, um anschließend die gegenseitige Kopierthese zu prüfen und jenem »Gott« auf die Schliche zu kommen. Dafür wird eine inszenierte Krisensituation zweier Familien zum Anlass genommen, um spielerisch nach Analogien, Antinomien und Paradoxien beider Sozialverhältnisse zu suchen. Als Grundlage dient uns Yasmina Rezas »Gott des Gemetzels« in jener Fassung,die 2009 im Berner Stadttheater zu sehen war.