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Wie definieren Jugendliche in Deutschland Cybermobbing? Eine Fokusgruppenstudie unter Jugendlichen einer deutschen Großstadt
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Wie definieren Jugendliche in Deutschland Cybermobbing? Eine Fokusgruppenstudie unter Jugendlichen einer deutschen Großstadt

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Vandenhoeck & Ruprecht
Die Anzahl empirischer Studien zu Cybermobbing unter Jugendlichen wächst stetig. Bislang wurde... mehr
Wie definieren Jugendliche in Deutschland Cybermobbing? Eine Fokusgruppenstudie unter Jugendlichen einer deutschen Großstadt
Die Anzahl empirischer Studien zu Cybermobbing unter Jugendlichen wächst stetig. Bislang wurde Cybermobbing nach der traditionellen Mobbingdefinition definiert. Es wurde jedochkaum untersucht, ob diese wissenschaftliche und theoretische Definition tatsächlich abbildet, was Jugendliche selbst unter Cybermobbing verstehen und erleben. Um dieser Frage nachzugehen, wurden Szenarien von Cybermobbing-Handlungen verwendet und in drei Fokusgruppen mit insgesamt 20 Jugendlichen (55 % Jungen, 45 % Mädchen; 11-16 Jahre alt) diskutiert. Thematische und Inhaltsanalysen konzentrierten sich auf die Fragen: (1) Welchen Begriffe verwenden Jugendliche, um das dargebotene Verhalten zu beschreiben? (2) Welche Rolle spielen traditionelle Mobbing-Definitionskriterien (Absicht, Wiederholung und Machtungleichgewicht) und zwei cybermobbingspezifische Kriterien (Anonymität und Öffentlichkeit)? (3) Wie werden die dargebotenen Verhaltensweisen im Vergleich zueinander wahrgenommen? Die Ergebnisse zeigen, dass der von deutschen Jugendlichen angegebene beste Begriff zur Beschreibung des Verhaltens „Cybermobbing“ ist. Identitätsdiebstahl wurde nicht als Cybermobbing, sondern als Straftat wahrgenommen. Von den Kriterien empfanden die Jugendlichen eine Schädigungsabsicht, die Auswirkung auf das Opfer und Wiederholung als relevant für die Benennung einer Handlung als Cybermobbing. Die Auswertung des Materials ergab ein Zusammenspiel und keine Unabhängigkeit all dieser Kriterien voneinander. Zudem lassen sich die Aussagen dahingehend interpretieren, dass Anonymität und Öffentlichkeit sich auf den Schweregrad des Verhaltens auswirkten, aber nicht ausreichend waren, um Cybermobbing zu definieren.
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