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Gruppen- oder Einzelpsychotherapie? – Untersuchungen zur differenziellen Indikationsstellung bei den psychoanalytisch begründeten Verfahren in der Richtlinien-Psychotherapie. Ergebnisse aus dem MARS-P
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Gruppen- oder Einzelpsychotherapie? – Untersuchungen zur differenziellen Indikationsstellung bei den psychoanalytisch begründeten Verfahren in der Richtlinien-Psychotherapie. Ergebnisse aus dem MARS-P

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Vandenhoeck & Ruprecht
Untersucht werden Einflussfaktoren auf die differenzielle Indikation zur Gruppenpsychotherapie in... mehr
Gruppen- oder Einzelpsychotherapie? – Untersuchungen zur differenziellen Indikationsstellung bei den psychoanalytisch begründeten Verfahren in der Richtlinien-Psychotherapie. Ergebnisse aus dem MARS-P
Untersucht werden Einflussfaktoren auf die differenzielle Indikation zur Gruppenpsychotherapie in ambulanten psychodynamischen Verfahren im Rahmen der Richtlinien-Psychotherapie. In der MARS-Studie wurden Erst- und Umwandlungsanträge innerhalb des Gutachterverfahrens der Richtlinien-Psychotherapie ausgewertet. Insgesamt wurden 109 gruppentherapeutische Anträge einer Kontrollgruppe von 365 einzeltherapeutischen Anträgen gegenübergestellt. Diese wurden nach den enthaltenen Daten zu soziodemografischen, klinischen und biografischen Angaben der Patienten, Basisdaten zum Therapeuten und Bewertung des Gutachters ausgewertet und verglichen. In den klinischen Variablen unterscheiden sich die beiden Gruppen nicht wesentlich. Dafür findet sich in der Gruppentherapie ein signifikant größerer Anteil an männlichen, tendenziell etwas älteren Patienten in schwierigen sozialen Umständen. Gruppentherapeuten unterscheiden sich in bedeutsamer Weise von den Einzeltherapeuten. Unter den Gruppentherapeuten findet sich ein vergleichsweise hoher Anteil an Männern. Außerdem werden Gruppentherapien bevorzugt von ärztlichen Therapeuten angeboten. Klinische Variablen scheinen bei der Indikationsstellung keine entscheidende Rolle zu spielen. Die Indikation zur Gruppentherapie scheint eher nach sozialen Kriterien zu erfolgen, auch sind Einflüsse seitens einer aktiven Angleichung im Geschlechterverhältnis anzunehmen. Die Ergebnisse belegen, dass Gruppentherapie sowohl auf Seiten der Patienten wie auch auf Seiten der Therapeuten kein „beliebtes“ Vorgehen ist. Die Förderung der Gruppentherapie allein durch verstärkte finanzielle Anreize beinhaltet eine fragwürdige „politische Indikation“ und greift zu kurz.
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