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Depression und Risikoverhalten bei Jugendlichen
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Vandenhoeck & Ruprecht
Die Adoleszenz ist eine vulnerable Lebensphase, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung... mehr
Depression und Risikoverhalten bei Jugendlichen
Die Adoleszenz ist eine vulnerable Lebensphase, die mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung depressiver Störungen einhergehen kann. So genannte Risikoverhaltensweisen wie z. B. Alkohol- oder Drogenmissbrauch, exzessiver Medienkonsum, Schulabsentismus und Schlafmangel treten ebenfalls in dieser Lebensphase gehäuft auf und werden immer wieder in Zusammenhang mit psychischen Problemen im Jugendalter gebracht. In diesem Artikel werden anhand einer selektiven Literaturübersicht die Zusammenhänge von Risikoverhaltensweisen und depressiven Störungen im Jugendalter untersucht, und diese Befunde durch eine repräsentative Stichprobe der Normalpopulation von Jugendlichen aus Deutschland verifiziert. Hierzu wurden Daten einer schulbasierten Untersuchung von 1.434 Schülerinnen und Schülern verwendet, die zum Zeitpunkt der Untersuchung im Durchschnitt 14,7 Jahre alt (SD = 0.8) waren. Die Untersuchung fand im Rahmen der europaweiten Schulstudie SEYLE statt. Die meisten Risikoverhaltensweisen von Jugendlichen sind mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden, an einer depressiven Symptomatik zu leiden. Zusätzlich können sie auch mit dem Schweregrad der Depressivität korrelieren. In unserer Stichprobe aus deutschen Schülerinnen und Schülern zeigten sowohl Alkohol-, Zigaretten- und Medienkonsum als auch mangelnde körperliche Aktivität, riskantes Sexualverhalten, das unentschuldigte Fernbleiben von der Schule und abweichende Schlafgewohnheiten Effekte auf die Häufigkeit und Ausprägung der Depressivität. Keine Zusammenhänge mit Depressivität waren bei illegalem Drogenkonsum zu finden. Längsschnittsuntersuchungen sind zur Klärung des direktionalen Zusammenhangs zwischen Depressivität und Risikoverhaltensweisen bei Jugendlichen nötig. Ob Risikoverhaltensweisen sich als zuverlässige Indikatoren im Hinblick auf eine Früherkennung von depressiven Symptomen eignen, wird ebenfalls Gegenstand zukünftiger Forschung sein müssen.
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