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Wege und Auswege von Hass und Destruktivität in Gruppen1
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Wege und Auswege von Hass und Destruktivität in Gruppen1

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Vandenhoeck & Ruprecht
Erfahrungen des Autors als Psychotherapeut in einem Heim für dissoziale Jugendliche werden zum... mehr
Wege und Auswege von Hass und Destruktivität in Gruppen1
Erfahrungen des Autors als Psychotherapeut in einem Heim für dissoziale Jugendliche werden zum Ausgangspunkt für Überlegungen zu destruktiven Gruppenprozessen genommen, die dem Phänomen des „Mobbings“ zugrundeliegen. Strategien, der Destruktivität entgegenzutreten, werden benannt. In diesem Zusammenhang werden die gängigen psychoanalytischen Aggressionstheorien kritisch gesehen. Der Aggressionsbegriff ist vielschichtig und nach Ansicht des Verfassers deshalb nicht in eine einheitliche Theorie zu integrieren. Mit Panksepp wird zwischen Wutaggression und Beuteaggression unterschieden. Wutaggression ist reaktiver Natur und dient dem Selbstschutz und der Abgrenzung von Individuen und Gruppen. Aus Wut können sich Hass und Destruktivität entwickeln. Hass und Destruktivität werden als Prozesse dargestellt, die in sozialen Kontexten entstehen, und nur in ihrem Gruppenkontext verstanden werden können. Ausführlich wird auf Wutaggression und die Entwicklung von Hass und Destruktivität in Psychotherapiegruppen mit einem Fallbeispiel eingegangen. Implikationen für die Praxis werden diskutiert. Abschließend wird versucht, am Beispiel des Verhältnisses der deutsch- und türkischstämmigen Großgruppen in Deutschland zu einem Verständnis von interkulturellen Großgruppenprozessen zu kommen. Gefahren der destruktiven Eskalation, aber auch Beispiele gelungener Deeskalation von gesellschaftlichen Großgruppenkonflikten werden benannt. Einer von Freud begründeten psychoanalytischen Tradition, Großgruppenprozesse generell unter dem Gesichtspunkt einer nur schwer beherrschbaren Destruktivität des Menschen zu sehen, wird eine optimistische gruppenanalytische Perspektive entgegengestellt.