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„Irgend eine angenehme Seite ist bei dem Jungen nicht zu entdecken“ – Aspekte der „Kindereuthanasie“ in Schlesien
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„Irgend eine angenehme Seite ist bei dem Jungen nicht zu entdecken“ – Aspekte der „Kindereuthanasie“ in Schlesien

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Vandenhoeck & Ruprecht
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„Irgend eine angenehme Seite ist bei dem Jungen nicht zu entdecken“ – Aspekte der „Kindereuthanasie“ in Schlesien
Den unter dem Begriff der „Euthanasie“ begangenen Morden an psychisch Kranken und Behinderten während der Zeit des Nationalsozialismus fielen mehrere tausend Kinder zum Opfer. Wurden auch sie zunächst in die Tötungen innerhalb der „Aktion T4“ einbezogen, verlagerte man ab 1941 den Prozess der Selektion und Ermordung in eigens dafür geschaffene „Kinderfachabteilungen“. Es entspann sich ein Netzwerk mit dem Ziel der Aussonderung der für die Gemeinschaft und für künftige Generationen nicht tragfähig erscheinenden Kinder und Jugendlichen, bei der der „Reichsausschuß zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“ in Berlin die Fäden zog. Fürsorge- und Erziehungseinrichtungen rückten zunehmend in dessen Blickfeld. Die primär pädagogisch motivierte Intention, Kinder und Jugendliche aus einem schädlichen Milieu herauszunehmen, konnte so sehr schnell im organisierten Mord an ihnen enden. Dies zeigt auch das Beispiel des zum Zeitpunkt seiner Tötung zehnjährigen Peter A. aus Görlitz. Sein Weg aus der Familie, über die Fürsorgerziehung, die schließlich zur Einweisung in die Kinderfachabteilung Loben (Lubliniec) führte, dauerte weniger als ein halbes Jahr. Als störend und unbrauchbar etikettiert, war ihm sein Recht auf Leben von der Leiterin der dortigen Jugendpsychiatrischen Klinik, Elisabeth Hecker, abgesprochen worden.