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Prävalenz und Korrelate von Angst und Depression bei Hämodialysepatienten
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Vandenhoeck & Ruprecht
Fragestellung: Depressive Störungen treten bei dialysepflichtigen Patienten häufig auf und sind... mehr
Prävalenz und Korrelate von Angst und Depression bei Hämodialysepatienten
Fragestellung: Depressive Störungen treten bei dialysepflichtigen Patienten häufig auf und sind mit hoher Morbidität undMortalität verbunden. In dieser explorativen Studie wurde an einemambulanten deutschen Dialysezentrum untersucht, inwelcher Häufigkeit sich eineMajor Depression oder eine Generalisierte Angststörung in der Experteneinschätzung findet, wie gut dies durch Fragebögen zur Selbstauskunft abgebildet wird und inwieweit Hintergrundfaktoren wie somatische, dialysespezifische und sozio-demographische Parameter relevant sind.Methode: In einer unselektierten Stichprobe beantworteten 52 Patienten (21 Frauen und 31 Männer) zwischen 29 und 85 Jahren während ihrer Hämodialysebehandlung (ohne Berücksichtigung der Peritonealdialysebehandlung) das Beck-Depressions-Inventar (BDI) und die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS-D). Zur Erfassung einer aktuellen Major Depression oder auch einer Generalisierten Angststörung führte eine Ärztin das Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV (SKID) durch. Ergebnisse: Die Kriterien einer Major Depression erfüllten neun Patienten (17 %). In der Selbstauskunft zeigten sich depressive Symptome mit der HADS-D-Depressionsskala bei acht Patienten (15 %; Rohwert > 7) und mit dem BDI bei 17 Patienten (33 %; Summenwert > 10). Die Diagnose einer Generalisierten Angststörung erhielten neun Patienten (17 %). In der Selbstauskunft zeigten sich ängstliche Symptome mit der HADS-D-Angstskala bei zwölf Patienten (23 %; Rohwert > 7). Es ergaben sich Hinweise darauf, dass das Vorliegen depressiver und ängstlicher Symptomatik mit denMerkmalen Geschlecht, Erwerbstätigkeit und sportliche Aktivität, bei ängstlicher Symptomatik zusätzlich mit demMerkmal Body-Mass-Index (BMI) assoziiert ist.Diskussion: Die höhere Übereinstimmung der HADS-D-Depressionsskala mit dem SKID führt zu der Annahme, dass der HADS-D (Rohwert > 7) für ein Screening auf Depression im Behandlungssetting von dialysepflichtigen Patienten geeigneter ist als das BDI (Summenwert > 10). Ansatzpunkt für weitere Studien sollte insbesondere der protektive Faktor Sport sein.
Autoreninfos
    • Gereon Heuft
    • Dr. med. Dr. theol. Gereon Heuft, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie sowie Lehr- und Kontrollanalytiker der DGPT, ist Universitätsprofessor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Münster und Leiter der gleichnamigen Klinik am Universitätsklinikum Münster. Er ist Ärztlicher Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie (WBP) der...
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