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Psychologie der Vermissung am Beispiel der Kinder von vermissten deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs
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Psychologie der Vermissung am Beispiel der Kinder von vermissten deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs

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Vandenhoeck & Ruprecht
Fragestellung: Trotz der mittlerweile umfangreichen Forschungsarbeiten zu den psychosozialen... mehr
Psychologie der Vermissung am Beispiel der Kinder von vermissten deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs
Fragestellung: Trotz der mittlerweile umfangreichen Forschungsarbeiten zu den psychosozialen Folgen des ZweitenWeltkrieges in Deutschland wurde die Gruppe der Ehefrauen und Kinder, deren Männer beziehungsweise Väter im ZweitenWeltkrieg als vermisste Soldaten gemeldet wurden, im deutschsprachigen Forschungskontext bislang nicht systematisch untersucht. Der Übersichtsartikel soll aufzeigen, welche Sonderrolle Frauen und vor allem Kindern von vermissten deutschen Soldaten in der Gesellschaft zukamund inwieweit sich der Vermissungskontext auf die psychische Gesundheit dieser Personengruppe auswirken kann.Methode: Nach einer kurzen historischen Einleitung wird ein exemplarischer Überblick über die aktuellen psychosozialen Forschungsarbeiten zur Kriegsgeneration gegeben. Darauf folgend wird als Exkurs die juristische und gesellschaftliche Lage der Kernfamilie von vermissten deutschen Soldaten in den Nachkriegsdekaden dargestellt. Abschließend sollen zwei psychologische Konzepte aus dem US-amerikanischen Raum zeigen, dass bei Angehörigen von Vermissten auch verstärkt spezielle psychische Störungen wie zum Beispiel komplizierte oder anhaltende Trauer oder die so genannte „Boundary Ambiguity“, der unklaren Grenze zwischen Hoffnung und Trauer als psychische Folge eines uneindeutigen Verlustes auftreten können.Ergebnisse und Diskussion: Die psychosozialen Auswirkungen von Vermissung haben nach dem ZweitenWeltkrieg in der deutschen Forschungstradition wenig Beachtung gefunden. Gerade im Hinblick auf die Altersstruktur der direkt Betroffenen und den Erfahrungen aus dem Konzept der transgenerationalen Übertragung bedarf diese bisher vernachlässigte psychosoziale Gruppe dringend weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen, soweit dies das Alter der Angehörigen noch erlaubt.
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