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„Gewalt ist keine Lösung, aber eine coole Alternative?“ – Was Täter bei Bullying so erfolgreich macht
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„Gewalt ist keine Lösung, aber eine coole Alternative?“ – Was Täter bei Bullying so erfolgreich macht

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Vandenhoeck & Ruprecht
Schüler, die ihre Mitschüler schikanieren, würden von ihren Lehrern vermutlich als „aggressiv“,... mehr
„Gewalt ist keine Lösung, aber eine coole Alternative?“ – Was Täter bei Bullying so erfolgreich macht
Schüler, die ihre Mitschüler schikanieren, würden von ihren Lehrern vermutlich als „aggressiv“, „unsozial“ oder „empathielos“ charakterisiert: die klassische Sicht auf aggressive Kinder. Doch sind dies Eigenschaften, die einem Täter erfolgreiches Bullying ermöglichen? Kennzeichen eines erfolgreichen Bullies zu explorieren, war das Ziel dieser Studie. Dazu wurden Daten bzgl. Mitschülerrollen (Salmivalli, Lagerspetz, Björkqvist, Östermann, Kaukiainen, 1996), Ressourcenkontrollstrategien (Hawley, 2003) und sozialer Status (Coie, Dodge, Coppotelli, 1982; Cillessen u. Mayeux, 2004) von 2.600 Schülern (54 % männlich) der ersten bis einschließlich zehnten Klasse erhoben, die Grundschulen und Gymnasien im Großraum München besuchten. Täter in der Grundschule setzen überdurchschnittlich häufig coersive Verhaltensstrategien ein, während die Kinder, die in der weiterführenden Schule einzelne Mitschüler systematisch schikanieren, neben den coersiven Strategien zu fast gleichen Anteilen auch auf prosoziale Strategien zurückgreifen. Diese Schüler kontrollieren infolgedessen die meisten sozialen und materiellen Ressourcen im Klassenzimmer. Differenziert man die Täter jedoch anhand ihrer eingesetzten Verhaltensstrategien in Bistrategen und Coersive, unterscheiden sie sich sowohl im Ausmaß der Ressourcenkontrolle als auch in ihrem sozialen Status. Vor allem die Bistrategen genießen hohes Ansehen unter den Peers, was – anders als in der Grundschule – aber in der weiterführenden Schule auch den coersiven Strategen nicht wirklich verwehrt wird. Implikationen für das Erkennen der wirklichen Bullies werden diskutiert, um den Opfern zuvorderst effizienten Schutz zu gewährleisten.