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Evaluation eines Projektes zur Sensibilisierung der Jugendhilfe für Traumafolgestörungen bei Pflegekindern
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Evaluation eines Projektes zur Sensibilisierung der Jugendhilfe für Traumafolgestörungen bei Pflegekindern

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Vandenhoeck & Ruprecht
Pflegekinder weisen aufgrund zahlreicher biologischer und psychosozialer Risikofaktoren häufig... mehr
Evaluation eines Projektes zur Sensibilisierung der Jugendhilfe für Traumafolgestörungen bei Pflegekindern
Pflegekinder weisen aufgrund zahlreicher biologischer und psychosozialer Risikofaktoren häufig Entwicklungsstörungen und psychische Störungen auf. Viele Kinder haben in ihrer Vorgeschichte über einen längeren Zeitraum sehr angstbesetzte Situationen wie z. B. Vernachlässigung, Misshandlungen oder sexuellen Missbrauch erlebt. Infolgedessen haben sie häufig einen höheren Behandlungs- und Förderbedarf als andere Kinder. Das hier vorgestellte Projekt hatte daher das Ziel, Jugendämter und Pflegeelternorganisationen für behandlungsbedürftige Traumafolgestörungen zu sensibilisieren, ihnen Hilfsmittel an die Hand zu geben, um emotionale und Verhaltensprobleme zu erkennen und die fallbezogene Vernetzung zwischen Jugendhilfe und Gesundheitssystem zu fördern. Am Projekt nahmen 24 Jugendämter und vier Pflegeelternorganisationen teil. Die Kontrollgruppe bestand aus 16 Jugendämtern, die nicht an den Schulungen teilnahmen. Am Ende des Projektzeitraums von einem Jahr erfassten die Teilnehmer im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant häufiger die Beziehungsanamnese von Pflegekindern (p = .023), führten signifikant häufiger eine standardisierte psychosoziale Diagnostik durch (p = .001), vermittelten Pflegekinder signifikant häufiger zur Untersuchung an Kinder- und Jugendärzte (p = .029) und informierten die Pflegeeltern signifikant häufiger über Verhaltensprobleme ihres Pflegekindes (p = .034). Zusammenfassend zeigten sich die teilnehmenden Jugendämter sehr interessiert, wurden für Traumafolgestörungen bei Pflegekindern sensibilisiert und setzten angebotene Instrumente in ihrer Arbeit ein. Grenzen wurden jedoch aufgrund mangelnder zeitlicher und personeller Ressourcen sichtbar.
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