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Zum Einfluss der Bindungsdimensionen „Angst“ und „Vermeidung“ auf den psychosomatischen Beschwerdedruck
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Zum Einfluss der Bindungsdimensionen „Angst“ und „Vermeidung“ auf den psychosomatischen Beschwerdedruck

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Vandenhoeck & Ruprecht
Fragestellung und Methode: Bindungsunsicherheit wird in der gegenwärtigen Literatur als... mehr
Zum Einfluss der Bindungsdimensionen „Angst“ und „Vermeidung“ auf den psychosomatischen Beschwerdedruck
Fragestellung und Methode: Bindungsunsicherheit wird in der gegenwärtigen Literatur als unspezifischerVulnerabilitätsfaktor für psychosomatische Erkrankungen beschrieben und mit einem subjektiv höheren Grad psychosomatischer Belastungen in Verbindung gebracht (Maunder u. Hunter 2001; Strauß u. Schwark 2007). Inwieweit bindungsbezogene Angst und Vermeidung mit dem psychosomatischem Beschwerdedruck zusammenhängen, wurde bei 166 Patienten vor dem Erstgespräch in einer psychosomatischen Institutsambulanz mit den Fragebögen ECR-RD und SCL-90-R untersucht. Den Skalen des ECR-RD (Ehrenthal et al. 2009) liegt ein Modell aus den latenten Bindungsdimensionen Angst (BANG) und Vermeidung (BVER) im Partnerschaftskontext zugrunde. Für die Operationalisierung des psychosomatischen Beschwerdedrucks wurde der GSI als gut validierter, globaler Kennwert der SCL-90-R gewählt (Franke 2002).Ergebnisse: Zwischen BANG und GSI zeigten sich starke (r(164) = 0.521; p < 0.0001), sowie zwischen BVER und GSI moderate linear positive Zusammenhänge (r(164)= 0.379; p <0.0001). Die Bindungsdimensionen konnten in einer Regressionsanalyse einen signifikanten Anteil des GSI vorhersagen (R² = 0.33; SE = 0.64).Diskussion: In dieser Studie konnte die Beziehung zwischen unsicherer Bindungsrepräsentation und psychosomatischem Beschwerdedruck prinzipiell bestätigt werden. Es ergaben sich allerdings Limitierungen aufgrund des beobachteten heterogenen Antwortmusters bei der BVER-Skala, die näher diskutiert werden. Der ECR-RD kann möglicherweise als diagnostisches Instrument zum Einsatz kommen, um den Einfluss bindungsrelevanter Merkmale auf Beschwerdeschilderungen einzuschätzen und um damit gezielter auf Beschwerden von Patienten eingehen zu können. Inwieweit dies in der klinischen Praxis umsetzbar ist, müsste in klinischen Folgestudien untersucht werden.
Autoreninfos
    • Wolfgang Tress
    • Prof. Dr. med. Dr. phil. Wolfgang Tress, Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Dipl.-Psych., Psychoanalytiker (DGP, DAAG, DGPM) (DGPT, DPG, DAGG), ist Ärztlicher Direktor des Klinischen Instituts und der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Düsseldorf; Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf e. V.
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