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Was denken Jugendliche über Selbstverletzung? Unterschiede zwischen betroffenen und nicht betroffenen Jugendlichen in einer Basler Schulstichprobe
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Was denken Jugendliche über Selbstverletzung? Unterschiede zwischen betroffenen und nicht betroffenen Jugendlichen in einer Basler Schulstichprobe

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20 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht
Trotz der wachsenden Zahl an epidemiologischen Untersuchungen zum selbstverletzenden Verhalten... mehr
Was denken Jugendliche über Selbstverletzung? Unterschiede zwischen betroffenen und nicht betroffenen Jugendlichen in einer Basler Schulstichprobe
Trotz der wachsenden Zahl an epidemiologischen Untersuchungen zum selbstverletzenden Verhalten bei Jugendlichen (SVV) ist der empirische Wissenstand darüber, wie Jugendliche über SVV denken, noch sehr begrenzt. Eine interessante Fragestellung ist, ob sich Einstellungen von betroffenen und nichtbetroffen Jugendlichen unterscheiden. Innerhalb einer epidemiologischen Studie wurde die Einstellung von 447 Schülern (Alter -15 J., SD = 0.7, 52 % ♂) mittels eines selbstentwickelten Fragebogens erfasst. 61 Jugendliche (13,6 %) haben sich bereits mindestens einmal selbst verletzt. 179 (43 %) Jugendliche geben an, dass andere Jugendliche mit ihnen über selbstverletzendes Verhalten sprechen. Über die Hälfte (98, 54 %) der ins Vertrauen Gezogenen gab an, sich durch die Gespräche belastet zu fühlen. Nichtbetroffene und Jugendliche, die nicht mit Betroffenen sprechen, vermuten signifikant häufiger interpersonelle Gründe für das selbstverletzende Verhalten und geben eine stärkere emotionale Beteiligung an als die Betroffenen oder Personen, die ins Vertrauen gezogen werden. Die wesentlich geringere Angabe von interpersonellen Motiven durch die Selbstverletzer sollte, selbst wenn die Ergebnisse durch sozial erwünschte Antworttendenzen beeinflusst sein können, bei der Ausgestaltung von milieutherapeutischen Behandlungsangeboten beachtet werden. Durch die strukturellen Rahmenbedingungen der Milieutherapie sollten soziale Verstärkerbedingungen im Alltag weitgehend minimiert werden. Zudem sollte in der Psychotherapie zur Bearbeitung des selbstverletzenden Verhaltens eher auf intrapsychische Motive fokussiert werden.
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