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Männer – das benachteiligte Geschlecht?
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Vandenhoeck & Ruprecht
Die verbreiteten Klagen über die „Krise der Männer“, die „benachteiligten Jungen“ und die... mehr
Männer – das benachteiligte Geschlecht?
Die verbreiteten Klagen über die „Krise der Männer“, die „benachteiligten Jungen“ und die „entsorgten Väter“ verkennen, dass Männlichkeit in männlich dominierten Kulturen und Gesellschaften grundsätzlich ein fragiles und krisenhaftes Konstrukt ist. Die von diesem anklagenden Krisengerede bestimmten Diskurse stellen eine rückwärtsgewandte Reaktion auf die marktradikale Verschärfung des gesellschaftlichen Krisengeländes dar, die immer wieder mit misogynen Schuldzuweisungen verbunden werden. Das lässt sich insbesondere an den von antifeministischen Affekten aufgeladenen Positionen radikaler Männer- und Väterrechtler nachweisen. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Überlagerung gesellschaftlicher und geschlechtlicher Ungleichheitslagen schrumpft bei ihnen auf das manichäistische, die Welt der Geschlechterbeziehungen in „gut“ und „böse“ aufteilende Bild eines die Männer beherrschenden und diffamierenden „Feminats“ zusammen. Die Schuld für die männliche Misere und das Leid der Jungen projektiv bei den Frauen und ihrem angeblich schädlichen Einfluss auf die Mannwerdung zu suchen, verstärkt dabei die ohnehin verbreitete Weiblichkeitsabwehr. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Aufsatz die daran entzündete selbsternannte „Männerbewegung“ als Backlash, als antifeminine und antifeministische Gegenbewegung im Rahmen einer allgemeinen Re-Maskulinisierung der Gesellschaft interpretiert. Gerade ihr auf die Suche nach dem „Wesen des Mannes“ fixierter Essentialismus findet bis in wissenschaftliche Kreise Anklang und Unterstützung (Hirnforschung, Sozialisationstheorie, Pädagogik, Psychoanalyse).
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