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Was die Psychosomatische Medizin im Innersten zusammenhält
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Vandenhoeck & Ruprecht
Problemlage: Der Leib-Seele-Dualismus der Organmedizin ist im Selbstverständnis der... mehr
Was die Psychosomatische Medizin im Innersten zusammenhält
Problemlage: Der Leib-Seele-Dualismus der Organmedizin ist im Selbstverständnis der Psychosomatischen Medizin „aufgehoben“ – dies aber in einem durchaus dialektischen Sinne: Während einerseits eher unspezifische Begriffe wie „IntegrierteMedizin“ (womit offen bleibt, was in derMedizin zu integrieren ist) oder „Ganzheitlichkeit“ (womit oft ein Grenzbereich zu esoterischen Konzepten assoziiert wird) die Untrennbarkeit von Leib und Seele reflektieren, besteht der Dualismus – schon allein in der Bezeichnung „psycho-somatisch“ – weiter.Lösungsansätze: Intensive Bemühungen, etwa der American Psychosomatic Society, mit einer neuen Namenswahl die Abkehr vom Dualismus zu dokumentieren, haben seit Jahren zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt. Im Konzept einer biopsychosozialenMedizin (G. Engel) gelingt gewissermaßen eine Triangulierung aus Leib, Seele und sozialer Umwelt, die Leib und Seele miteinander und mit einem Dritten im doppelten Sinne „in Beziehung“ setzt. Psychosomatische Medizin kann in diesem Sinne als Beziehungsmedizin verstanden werden. Ein wesentlicher Faktor hierin ist die Arzt-Patient-Beziehung (M. Balint). „Beziehungsmedizin“ kann aber in einem erweiterten Sinne auch als diejenigeMedizin gesehen werden, die das Verständnis von Leib, Seele und sozialer Umwelt des Patienten (zu der auch die behandelnden Ärzte und Therapeuten zu zählen sind) jeweils aufeinander bezieht und insofern verschiedene Systemebenen „integriert“. Die hierfür notwendigen Übersetzungsvorgänge zwischen den Systemebenen werden zum Beispiel von der Biosemiotik thematisiert (Th. v. Uexküll).Konsequenzen: In der praktischenMedizin wie auch in der Forschung, sofern sie eine psychosomatische sein soll, geht es nun darum, diese theoretischen Erkenntnisse praktisch nutzbar zu machen. Dabei kann sich in der (Team-)Arbeit mit den Patienten, aber auch in Abgrenzung zu anderen Strömungen derMedizin und Paramedizin eine „psychosomatische Identität“ entwickeln.