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Die Erfindung des Alters
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Die Erfindung des Alters

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Vandenhoeck & Ruprecht
Die Lebensphase „Alter“ ist das Ergebnis eines gesellschaftlichen Entwicklungs- und... mehr
Die Erfindung des Alters
Die Lebensphase „Alter“ ist das Ergebnis eines gesellschaftlichen Entwicklungs- und Differenzierungsprozesses des zwanzigsten Jahrhunderts, welches –ähnlich der Lebensphase „Kindheit“ – durch Freisetzung von der Erwerbsarbeit hervorgerufen wurde und mit steigender Lebenserwartung einen Zugewinn aktiver Lebenszeit von mehreren Jahrzehnten bedeuten kann. Entfaltungs- und Wachstumspotentiale des Einzelnen stehen dabei einer grundsätzlichen Zweiteilung in eine Phase der persönlichen Erfüllung und einer Phase der Abhängigkeit und Altersschwäche, wie Peter Laslett sie vornimmt, entgegen. Diese „neue“ Lebensphase Alter birgt für den älteren Menschen große Gestaltungspotentiale aber auch Risiken bis hin zu kritischen Lebensereignissen, denen er aktiv begegnen muss, ohne dabei auf Erfahrungen und Vorbilder von Vorgenerationen zurückgreifen zu können. Gesellschaftliche Beziehungsgeflechte werden transformiert, das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, von Selbstsorge und Fremdsorge müssen neu bestimmt werden. Dies wird bisher noch unzureichend öffentlich thematisiert und meist nur unter finanziellen Sichtweisen betrachtet. Eine zukunftsorientierte Betrachtung muss Aspekte einbeziehen, wie zum Beispiel generationsspezifische biografische Erfahrungen – hier exemplarisch für den Jahrgang 1964 dargestellt, welcher Mitte der dreißiger Jahre einen bisher nie dagewesenen Pflege- und Versorgungsbedarf hervorbringen wird. Der gesellschaftliche Mehrwert der Wohlfahrtspflege durch Übernahme sozialstaatlicher Aufgaben und Interessensvertretung der Bürger wird im Kontext des demografischen Wandels zunehmend hinterfragt. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verantwortungsverlagerung vom Staat auf den Einzelnen müssen die Sozialunternehmen geragogische Haltungen entwickeln, um ältere Menschen zu befähigen, wie Leo Penta es ausdrückt, „Mit anderen für sich etwas Tun“ zu können.