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Autofahrer als Delinquenten? – Zur Therapie von Verkehrssündern
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Vandenhoeck & Ruprecht
Mit der zunehmenden individuellen Motorisierung ist in den letzten Jahren ein Phänomen in die... mehr
Autofahrer als Delinquenten? – Zur Therapie von Verkehrssündern
Mit der zunehmenden individuellen Motorisierung ist in den letzten Jahren ein Phänomen in die öffentliche Wahrnehmung gerückt, das mehr und mehr eine emotionale Debatte bestimmt, in der nicht immer unterschieden werden kann zwischen Rationalität und dem Bedürfnis nach Vergeltung: Gemeint ist die Debatte über die sogenannten »speed offenders«, das heißt (vorwiegend junge) Menschen, die für sich in Anspruch nehmen, die Regeln des Straßenverkehrs individuell auszulegen: Die Lust, die sie aus der »Beherrschung« eines Fahrzeugs mit hohem Kraftpotential gewinnen, werten sie positiver als das Bedürfnis der Gesellschaft nach Sicherheit im Straßenverkehr. Mit zunehmender Häufigkeit der polizeilich festgestellten Delikte und der darauf folgenden behördlichen Verfahren wuchs die Überzeugung, dass Diagnosestellung und Strafverfahren (hohe Bußen, Fahrausweisentzug je nach Schwere des Delikts) wohl kurzfristig einen Abschreckungseffekt haben können, echte Einsicht aber so nicht erreicht werden kann. Damit war die Idee geboren, Verkehrsdelinquenten einer nach Schwere des Delikts angepassten Psychotherapie zuzuführen. Da es sich um erwachsenenpädagogische Arbeit handelt, könnte sich für die Individualpsychologie ein großes Arbeitsfeld auftun, in dem verhaltenstherapeutische, kognitiv orientierte und tiefenpsychologische Methoden angewandt werden. Insbesondere Erkenntnisse aus der Arbeit am Lebensstil könnten in dieser meist kurzfristigen, verordneten und deshalb als erzwungen wahrgenommenen Therapieform zu Erkenntnissen und damit zu Veränderungen führen.