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„Dunkle Ecken“
Zeitschriftenartikel
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Vandenhoeck & Ruprecht
Die folgende Fallstudie dient der weiteren Ausarbeitung eines gruppenanalytischen Begriffs der... mehr
„Dunkle Ecken“
Die folgende Fallstudie dient der weiteren Ausarbeitung eines gruppenanalytischen Begriffs der kollektiven Erinnerung. Sie geht dabei von einer Interdependenz der persönlichen und kollektiven Erinnerung in allen Erinnerungskulturen aus, die allerdings sehr unterschiedliche Formen annehmen kann. Das Fallmaterial ist im Rahmen einer gruppenanalytischen Feldforschung mit jugendlichen Abiturienten in Papua Neuguinea entstanden und entstammt damit einer Erinnerungskultur, die sich von der im Westen dominierenden grundlegend unterscheidet. Es handelt sich um ein Gruppengespräch über ein von den Jugendlichen selbst gewähltes Thema: die „Sangumas“, Angriffszauberer, deren Mordanschläge auf Familienangehörige und Klassenkameraden erinnert werden und die auch in der Gegenwart eine existenzielle Bedrohung für die Jugendlichen und ihre Familien darstellen. Die Fallstudie zeigt, dass die gemeinsame Erinnerung der Jugendlichen auf verdeckte Weise an die weißen Forscher adressiert ist und damit überraschenderweise den Zusammenhang zwischen Kolonialismus und der „modernen“ Destruktivität der Sangumas thematisiert. Die Frage, was sich aus der Fallstudie für die Auffassung von kollektiver Erinnerung lernen lässt, steht im Zentrum der abschließenden Bemerkungen.