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Was können Psychotherapeuten von Toyota lernen? Qualitätsmanagement in der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Praxis
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Was können Psychotherapeuten von Toyota lernen? Qualitätsmanagement in der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Praxis

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Vandenhoeck & Ruprecht
In der aktuellen Einführung des Qualitätsmanagements durch die KBV und die Kammern der Ärzte und... mehr
Was können Psychotherapeuten von Toyota lernen? Qualitätsmanagement in der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Praxis
In der aktuellen Einführung des Qualitätsmanagements durch die KBV und die Kammern der Ärzte und Psychotherapeuten wird der Begriff „Qualitätsmanagement“ wie selbstverständlich gebraucht. Die Herkunft von „Qualitätsmanagement“ ist bisher in psychotherapeutischen, psychoanalytischen und organisationsanalytischen Diskussionen wenig bekannt und reflektiert. Die Entwicklung qualitätsorientierten Managements in Japan ab 1950 als Gegenentwurf zum Taylorismus wird skizziert. Es wird beschrieben, dass in mittelständischen Unternehmen und im Gesundheitswesen in Deutschland vor allem methodische und bürokratische Elemente des japanischen Managementansatzes übernommen wurden, ohne ein tayloristisches Verständnis von Führung nachhaltig in Frage zu stellen. So läuft Qualitätsmanagement Gefahr, als „Parallelwelt“ etabliert zu werden, die unverbunden zur täglichen Arbeit steht und nur einen marginalen Einfluss auf die Qualität von Produkten und Dienstleistungen hat. Vor diesem Hintergrund wird die gegenwärtige Haltung von Psychotherapeuten und ihren Berufsverbänden – Qualitätsmanagement als Pflichtaufgabe, die zusätzlich zu bearbeiten ist – kritisch reflektiert. Es wird die These aufgestellt, dass Psychotherapie einen beziehungsfokussierter Begriff von Qualität benötigt, der sich von dem der Serienfertigung (Toyota) unterscheidet, welcher dem aktuellen Qualitätsmanagement-Modell implizit zu Grunde liegt. Weiter wird dafür plädiert, die Qualitätsbemühungen, die der Psychotherapie angemessen sind, offensiv und verständlich darzustellen und diese weiter zu entwickeln, anstatt inadäquate Methoden aus anderen Bereichen zu übernehmen.