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Kerngebiete der Psychologie

Eine Einführung an Filmbeispielen

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Ausgabeformat:

Sprache: Deutsch
234 Seiten, mit 36 Abb., 25 Bildern und 8 Tab., kartoniert
ISBN: 978-3-8252-3850-6
V&R UTB, 1. Auflage 2013
Rudolf Arnheim, einer der berühmtesten Kunstpsychologen, Filmtheoretiker und Filmkritiker unserer... mehr
Kerngebiete der Psychologie
Rudolf Arnheim, einer der berühmtesten Kunstpsychologen, Filmtheoretiker und Filmkritiker unserer Zeit, untersucht in einer kurzen Abhandlung (2004, S. 279) aus dem Jahre 1949 (Originaltitel: Cinema e Psychologia), wie das Phänomen Kino dem Psychologen nützlich sein kann, und betont dabei den didaktischen Wert des Films für das Verständnis der Psychologie.In diesem Sinne wollen wir an Filmbeispielen psychologische Erkenntnisse vermitteln. Unser Ziel besteht also darin, das Medium Film zum besseren Verständnis der Psychologie zu nutzen und zu würdigen.Geht das? Stimmt das, was wir im Film sehen, mit der psychologischen Wirklichkeit überein? Leidet z.B. Eliane (Isabelle Adjani) in EIN MÖRDERISCHER SOMMER (R Jean Becker, F 1980) unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, so wie sie im psychiatrischen Alltag tatsächlich vorkommt? Oder ist die Darstellung der Filmfigur nur von narrativen, emotionalisierenden Funktionen des Films oder genre-immanenten Regeln und dem spezifischen Stil des Regisseurs bestimmt?Viele kritische Experten sehen das so. Eine 1:1-Gleichsetzung von psychologischen Sujets und filmischer Darstellung funktioniert also nicht.Der Film bietet in seiner Anschaulichkeit und mit seinen Identifikationsangeboten dennoch maßgebliche Vorteile gegenüber den teilweise trockenen wissenschaftlichen Lehrbüchern. Nach Arnheim (2000, S. 1) haben wir „die Gabe vernachlässigt, Dinge mit unseren Sinnen zu erfassen. Die Begriffe haben sich von den Wahrnehmungsbildern gelöst, und das Denken ergeht sich in Abstraktionen.“ Im Film kommen solche Bilder ebenso wie emotionale Komponenten wieder ins Spiel. Inhalte verbinden sich mit Gefühlen und prägen sich dem Gedächtnis leichter und tiefer ein. Lernen macht mehr Spaß und wird intensiver. Das sollte man nicht unterschätzen.Am sinnvollsten erscheint es, zunächst einen Überblick über verschiedene theoretische Positionen und empirische Befunde innerhalb der Psychologie zu erarbeiten und diese dann mit Filmbeispielen zu illustrieren. So kann der Leser Querverbindungen und Beziehungen herstellen, Begriffe über sinnliche Wahrnehmungsbilder und nicht nur als blasse Abstraktionen erfassen und hat schließlich über beides etwas gelernt, über Psychologie und Film.Der Schwerpunkt liegt freilich, wie der Titel schon sagt, darauf, eine Einführung in Kerngebiete der Psychologie – also in Wahrnehmung, Sozialpsychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapeutische Intervention vorzulegen. Sie kann auch mit Gewinn gelesen werden, ohne dass die Filme gesehen oder als bekannt vorausgesetzt werden. Soweit die Kenntnis des Inhalts zum Verstehen notwendig ist, wird er knapp resümiert.Insgesamt stehen also psychologische Sachverhalte im Vordergrund. Wir sehen Film zwar nicht nur als Mittel zum Zweck, nutzen aber nur filmische Inhalte, die wir zur Erklärung der Psychologie brauchen. Das kann ein einziger Aspekt sein – in Bent Hamers KITCHEN STORIES (N/S 2003) nur die Beobachtungsmethode – oder aber der ganze Film mit all seinen Details wie GEHEIMNISSE EINER SEELE (R Georg Wilhelm Pabst, D 1926). Hier bringen wir das Gesamtwerk mit der psychoanalytischen Theorie in Verbindung. An anderer Stelle, wie etwa bei den Darstellungen zur Schizophrenie, fügen wir immer wieder abwechselnd mit den theoretischen Erläuterungen kurze Filmbeispiele ein.Visuelle Wahrnehmungsprozesse behandeln wir als Voraussetzung von Erkenntnisgewinn und grundlegende Bedingung für unsere Orientierung in der Umwelt als auch in ihrer praktischen Bedeutung bei der Beurteilung unserer Mitmenschen.In der Sozialpsychologie akzentuieren wir Rolle, Autorität und Macht anhand der berühmten Experimente von Stanley Milgram und Philip Zimbardo. Außerdem Attribuierungsprozesse, Vorurteile, Diskriminierung und Rassismus. Dabei wollen wir die Themen in ihrer Aktualität und gesellschaftlichen Relevanz erkennbar werden lassen.Im der Klinischen Psychologie legen wir den Schwerpunkt auf drei Störungen –Zwangsneurose, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie – und die drei wichtigsten Therapieansätze: Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Integrative Therapie.Bei der Filmauswahl haben wir uns neben cineastischen Qualitätsaspekten davon leiten lassen, dass die Filmbeispiele den psychologischen Gegenstand treffend thematisieren und hohen Erklärungswert aufweisen.Die einzelnen Kapitel stehen zwar im Zusammenhang, lassen sich aber unabhängig voneinander lesen. Psychologisches oder filmisches Vorwissen ist zum Verständnis nicht erforderlich.Dieses Lehrbuch ist im Kontext der Veranstaltung „Psychologie und Film“ an der Beuth-Hochschule für Technik Berlin entstanden. Wir versuchen, auch komplizierte Zusammenhänge so präzise und einfach wie möglich zu erklären. Das betrifft besonders die Psychoanalyse, die in vielen Lehrmaterialien nicht ihrer Bedeutung gemäß gewürdigt wird.Wir wenden uns an Studierende der Psychologie, in zweiter Linie aber auch an Berufspraktiker. Außerdem könnte unser Angebot all diejenigen interessieren, die professionell mit Lehre im Bereich Psychologie zu tun haben und mit den herkömmlichen Methoden nicht zufrieden sind.
Weitere Details:
Maße (BxHxT): 15 x 21,5 x 1,3cm, Gewicht: 0,353 kg
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