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Verfassungswidrig!

Das KPD-Verbot im Kalten Bürgerkrieg

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Sprache: Deutsch
492 Seiten mit 38 Abbildungen, 14 Grafiken und 1 Tabelle, gebunden
ISBN: 978-3-525-30181-4
Vandenhoeck & Ruprecht
War das KPD-Verbot verfassungswidrig? Die unglaubliche Antwort von Josef Foschepoths neuem Buch... mehr
Verfassungswidrig!

War das KPD-Verbot verfassungswidrig? Die unglaubliche Antwort von Josef Foschepoths neuem Buch lautet: Ja! Weil das Verfahren zur Feststellung der Verfassungswidrigkeit der KPD selbst verfassungswidrig war. Das gesamte Verfahren ist von Anfang an zwischen der Exekutive und der Judikative, der Bundesregierung und dem Bundesverfassungsgericht strategisch, taktisch und inhaltlich abgestimmt worden. Es gab keine getrennten Gewalten mehr, sondern nur noch einen Staat, der unter dem Druck der Bundesregierung darauf bestand, dass die KPD verboten wurde. In einem umfangreichen Dokumentarteil werden die bislang unter Verschluss gehaltenen hochbrisanten Dokumente, die die zentrale These des Buches eindrucksvoll belegen, erstmals der Forschung und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der »Staatsprozess« gegen die KPD war das größte, längste und umstrittenste Parteiverbotsverfahren in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach fast fünfjähriger Prozessdauer verkündete das Bundesverfassungsgericht am 17. August 1956 das Urteil. Die KPD, alle Neben- und Nachfolgeorganisationen wurden verboten, ihr Vermögen eingezogen. Der größte Teil wurde vom Bundesinnenministerium zur Finanzierung des Vollzugs des KPD-Verbots in Anspruch genommen. Der Rest in Höhe von 4,83 Mio. DM wurde 1976/77 der Conterganstiftung für behinderte Menschen überwiesen.

Als Instrument des Kalten Bürgerkriegs, verfolgt im Westen, gesteuert vom Osten, lebte die illegale Partei bis 1969 weiter. Als weder die Bundesregierung, noch die SED an einer Wiederbelebung der KPD interessiert waren, verständigten sich beide Seiten auf die Gründung und Duldung einer neuen kommunistischen Partei, die DKP. Damit war der Weg zu einer neuen Ost- und Deutschlandpolitik der SPD-geführten Bundesregierung geöffnet, das Ende des Kalten Bürgerkriegs in Sicht. Das KPD-Verbot ist ein Schlösselereignis der deutsch-deutschen Geschichte zwischen 1949 und 1969. Dem Erfolgsautor von »Überwachtes Deutschland« ist erneut ein bahnbrechendes Buch gelungen. Es vermittelt eine Fülle neuer Erkenntnisse und Einsichten zur Wirkmächtigkeit des Nationalsozialismus, zur Entstehung eines neuen Nationalismus, zur notwendigen Unterscheidung von Kaltem Krieg und Kaltem Bürgerkrieg, zur Bedeutung einer deutsch-deutschen Beziehungsgeschichte und nicht zuletzt zur Frage der Rechtsstaatlichkeit der Bundesrepublik Deutschland.

Weitere Details:
Maße (BxHxT): 16 x 23,7 x 3,8cm, Gewicht: 0,943 kg
Presse Stimmen


»Der Bundesverfassungsprozess gegen die KPD [...] ist bis heute politisch und rechtlich umstritten. Erst jetzt liegt hier eine gründliche wissenschaftliche, quellengesättigte Untersuchung vor, die die Bedenken bestätigt. [...] Der Verbotsprozess wird aus allen Blickwinkeln beleuchtet, aus dem der Partei, der Bundesregierung, des Verfassungsgerichts und deren Präsidenten. [...] Das Buch vermag mit seinem Thema eine Menge grundsätzlicher Fragen aufzuwerfen, die die junge Bundesrepublik bezeichnend waren.«
ekz-Informationsdienst (Klaus Hohlfeld), Heft: 48 (2017)

»Insgesamt ist es Foschepoth überzeugend gelungen, in einem breiten Spektrum die Verfassungswidrigkeit des KPD-Prozesses aufzudecken – vor allem auch gemessen am eigenen Anspruch des Bundesverfassungsgerichts – und einen Mythos ad absurdum zu führen. [...] Zweifellos liegt damit ein Standardwerk zum Thema vor, das weite Verbreitung und Beachtung finden sollte.«
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (Rolf Badstübner), Heft: 03 (2018)

»Josef Foschepoth, bis 2013 Professor für Zeitgeschichte in Freiburg und ein profunder Kenner der KPD-Geschichte, hat den von ihm so genannten "Kalten Bürgerkrieg" der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte eindringlich, ungeschminkt und angesichts des komplizierten Themas auch für Nichtjuristen spannend beschrieben.«
Zur vollständigen Besprechung
Süddeutsche Zeitung (Ralf Husemann), 08.10.2017

»Historischer Fehler des Bundesverfassungsgerichts? Die Wahrheit über das KPD-Verbot«
Zur vollständigen Besprechung.
Der Spiegel (Klaus Wiegrefe), 12.10.2017

»Josef Foschepoth ist es mit seiner in großen Partien spannend erzählten, die Quellen nie überstrapazierenden Studie bravourös gelungen, die Zeitgeschichtsforschung über die Frühgeschichte der Bundesrepublik mit ihrer autoritären Staatspolitik, ihrer antikommunistisch-nationalistischen politischen Kultur, die staatlicherseits essentiell auf Westintegration gepolt, kulturell aber noch stark durch die Mentalitäten des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt war, erheblich zu bereichern.«
Zur vollständigen Besprechung.
Portal für Politikwissenschaft (Arno Mohr), 11.12.2017

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Autoreninfos
    • Josef Foschepoth
    • Prof. Dr. Josef Foschepoth, früher Universität Freiburg, ist Historiker und Publizist. 2012 erschien sein aufsehenerregendes Buch »Überwachtes Deutschland«, das inzwischen in der 5. Auflage und in zwei Sonderauflagen erschienen ist.
      mehr...
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