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Oszillationen des Gemeingeistes

Oszillationen des Gemeingeistes

Öffentlichkeit, Buchhandel und Kommunikation in der Revolution des Königreichs beider Sizilien 1820/21

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Ausgabeformat:

Sprache: Deutsch
569 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-412-22311-3
Böhlau Verlag Köln, 1. Auflage 2005
Vor dem Hintergrund der liberalen Verfassungsrevolution im Königreich beider Sizilien 1820/21... mehr
Oszillationen des Gemeingeistes

Vor dem Hintergrund der liberalen Verfassungsrevolution im Königreich beider Sizilien 1820/21 untersucht das Buch die Entstehung unterschiedlicher Öffentlichkeiten und ihre jeweilige kommunikative Ausgestaltung. Den Ausgangspunkt bilden die Fiktionalität und Widersprüchlichkeit der zeitgenössischen Publizistik, die ein harmonisches und friedliches Bild des Revolutionsalltages in Neapel-Sizilien zeichnete, während ihren Produzenten und Rezipienten doch die augenfälligen Unruhen und Störungen der inneren Ordnung – in der Sprache der Zeit euphemistisch als „Oszillationen des Gemeingeistes“ bezeichnet – durchaus bekannt sein mussten. Auf der Grundlage eines kulturgeschichtlich orientierten Öffentlichkeitsbegriffes hat die detaillierte Auswertung des publizistischen Quellenkorpus eine integrale Erfassung von Öffentlichkeit zum Ergebnis, die sowohl deren materiellen (technischen, sozio-ökonomischen und institutionellen) als auch inhaltlichen (diskursiven) Bedingungen und Voraussetzungen berücksichtigt. Dabei fördert der regionale Vergleich zwischen den unterschiedlichen Ausprägungen des Phänomens auf Sizilien und in Neapel Erkenntnisse über den Zusammenhang von Öffentlichkeitsstrukturen und Kommunikationspraktiken zu Tage. In Hinsicht auf die diskursive Sinn- und Identitätsstiftung seitens der süditalienischen Revolutionsträger treten aber nicht nur die Konturen einer europäischen Öffentlichkeit, sondern auch Vorstellungen über „die“ Nation ins Blickfeld, die vornehmlich auf den partikularstaatlichen oder gar regionalen Bezugsrahmen beschränkt bleiben. Das Beispiel der Revolution von 1820/21 in Neapel-Sizilien vermag also auch aufzuzeigen, in welch geringem Maße das Postulat einer italienischen Nation im frühen Risorgimento zur liberalen Programmatik gehörte – was jedoch angesichts alternativer Identitäts- und Deutungsleistungen die bisherige weitgehende Vernachlässigung des historischen Ereignisses durch die italienische Nationalgeschichtsschreibung sicher nicht rechtfertigte, wie die vorliegende Untersuchung ebenfalls beweist.

Weitere Details:
Maße (BxHxT): x x cm, Gewicht: 0 kg
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Autoreninfos
    • Werner Daum
    • Dr. Werner Daum, geb. 1961, studierte in Berlin, Trier, Florenz und Rom Neue Geschichte, Politologie und Philosophie. Er promovierte in Hagen. Daum forscht und publiziert zur Geschichte des italienischen (Post-)Risorgimento 1796-1915, zur vergleichenden europäischen Verfassungsgeschichte im »langen« 19. Jahrhundert sowie zur Öffentlichkeits- und Publizistikgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts.
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