Impuls N – Nachhaltigkeit: Was ist in meinem Leben nachhaltig?

1. Impuls C – CHANCE
2. Impuls O – ORDNUNG
3. Impuls R – RESILIENZ
4. Impuls O – OPTIMISMUS
5. Impuls N – NACHHALTIGKEIT
6. Impuls A – ALTERNATIVEN

 

Eine COVID-19-Pandemie hat noch kein Mensch auf der ganzen Welt je erlebt. Auch nach anderthalb Jahren kann keine fundierte Aussage oder Prognose darüber getroffen werden, wie der weitere Verlauf in wie vielen Wellen und mit welcher Stärke sein wird und mit wie vielen Mutationen zu rechnen ist. Darüber hinaus stellt sich die Frage nach der Immunität, ob es sie überhaupt geben wird und wenn ja, wie lange sie letztlich nach einer Impfung oder einer durchgemachten Infektion andauert. Mit Feuereifer und dem Einsatz von sehr viel Geld wurde an einem Impfstoff und auch einem Medikament geforscht. Es war und ist ein Wettlauf gegen die Zeit: gegen die hohen Infektions- und Todeszahlen, gleichsam auch gegen die teils erschreckenden Folgewirkungen nach einer Infektion und den daraus resultierenden Konsequenzen in den verschiedenen Lebens-, Berufs- und Arbeitsfeldern (Stichwort: Long COVID).
Selbstredend hat das Virus unseren persönlichen Freiheitsradius beschnitten. Die Lebensgestaltung wurde und wird durch Shutdowns und Lockdowns radikal eingeschränkt. Unsere Lebensqualität ist massiv geschmälert. Natürlich kann das unterschiedlich diskutiert werden – und im Nachhinein ist man immer schlauer!
Weltumspannend sitzen wir in dieser Hinsicht alle in einem Boot mit Unsicherheit und vielen Fragezeichen, aber auch mit mehr oder weniger erfolgreichen Schritten im Hinblick auf die Nachhaltigkeit.

Das Konzept für eine Nachhaltigkeit ist sehr komplex. Hierbei gilt es, Ressourcen angemessen zu nutzen und die Regenerationsfähigkeit nicht nur kurzfristig, sondern auf längere Sicht oder Dauer in seinem Handeln zu bedenken.
Die Verwendung des Begriffes „Nachhaltigkeit“ stammt aus der Forstwirtschaft, wo schon vor ca. 300 Jahren auf ein verantwortungsbewusstes Gleichgewicht zwischen Abholzung und Wiederaufforstung hingewiesen wurde. Dabei bestand die Anordnung darin, dass nur so viele Bäume gefällt werden durften, wie durch den nachfolgenden Nachwuchs ausgeglichen werden konnten.

Seit nunmehr etwa vierzig bis fünfzig Jahren wächst das Bewusstsein der Menschen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. In den 1970er Jahren flossen z. B. noch die Abwässer der großen Chemieunternehmen in den Rhein. Sie trugen zu dessen starker Verschmutzung und giftiger Belastung bei. Die Folge war ein großes Fischsterben. Nach dem Erlass von Umweltgesetzen, die für Oberflächengewässer und das Grundwasser Normwerte für die Wassergüte und ihre Inhaltsstoffe festlegten, wurden diese von der Abwasserbehörde überprüft. Bei Nichteinhaltung der Auflagen bzw. der tolerierten Konzentration folgten hohe finanzielle Strafen für jene, die die Gewässer verschmutzen. Weitere schärfere Gesetze folgten. Die Chemieunternehmen bauten alsdann Kläranlagen für eine stufenweise Reinigung, Klärung und Entgiftung ihres verschmutzten und belasteten Wassers. Schon zehn Jahre später, also Ende der 1980er Jahre, zeigten sich erste Erfolge: Die ersten Aale wurden wieder im Rhein gesichtet!
Mit dem wachsenden Bewusstsein für die Umwelt rückte vor dreißig Jahren auch die Entwicklung von Nachhaltigkeitskonzepten in den Fokus. Das 1992 auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio statuierte Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung bezieht sich auf die Bereiche der Ökologie, der Ökonomie und der sozialen Thematik.

Nachhaltigkeit im privat-persönlichen System

Im Hinblick auf Nachhaltigkeit tauchen weitere Fragen im Sinne einer Bilanz auf: Was ist nachhaltig? Und was sollte nachhaltig sein?
Fragen wir zunächst für uns und unsere persönlichen Lebensbereiche in einem 360-Grad-Rundumblick: Wie sehr kenne ich mich, wie bin ich gestrickt und was ist mein Ding, was brauche ich letztlich für ein zufriedenes Dasein und wie verhalte ich mich verantwortungsvoll? Dummerweise wird uns der Wert einer Sache oder eines Menschen häufig erst klar, wenn sie wegfällt oder er nicht mehr da ist. Dann werden uns die Emotionen bewusst, die uns aufgrund der Leerstelle fehlen. Das vermisste positive Gefühl schlägt in sein Gegenteil um. Wenn dieses nun in negativer Ausprägung die machtvolle Oberhand gewinnt, dann ist der Tag gelaufen!
Im Sinne der Nachhaltigkeit ist also zu überlegen:

  • Was gab mir bislang Halt und hält an?
  • Was gibt mir Halt aus der Vergangenheit und hält an?
  • Was war ein in dieser Krise abgerungener Anteil einer Veränderung?
  • Was fällt – ganz oder zeitweise – weg?
  • Was soll in den Beziehungen bleiben oder gefestigt werden?
  • Wie sieht es aus mit meinen Worten und Taten?
  • Wie sehe ich mich als Mensch in meinem Menschsein?
  • Wie sieht es aus mit meinem Beruf oder gar meiner Berufung?

Aber der Reihe nach:

Was gab mir bislang Halt und hält an?
Das, was hält und Halt gibt, kann nur jede:r für sich beobachten. Was in sich entdeckt oder gefunden wurde oder noch gefunden wird, kann in das Silo der eigenen Ressourcen verbracht werden. Folgende Elemente aus dem Lebenskonstrukt oder -konzept kann es umfassen: Gesundheit, Beziehungen (Partnerschaft, Familie und Freunde), Beruf (die Erfüllung darin), Finanzen, Entwicklung und Wachstum (Weiterbildung) oder Engagement in der Gesellschaft (Ehrenamt: sinntragende und sinnstiftende Tätigkeiten).

Um sich selbst gründlicher auf die Spur zu kommen, zählt immer wieder die Bewusstmachung eigener Zeit und Energie, die für die Sicherung der Grundversorgung, für die Beziehungen und weitere Gestaltung des Lebens und Alltags eingesetzt oder gebraucht wird:

  • Worauf habe ich mehr oder weniger direkten Einfluss?
  • Was wird mir im weiteren Nachdenken darüber, mir selbst gründlicher auf die Spur zu kommen, für meine Lebenszeit und deren Gestaltung bewusst und wie viel Raum nimmt jeder Aspekt ein?
  • Wie stark erfüllt er mich oder wie zufrieden bin ich damit?

Die Antworten und meine Wahrnehmung, mein Bewusstsein, mein Bewusstwerden und meine Erkenntnis sowie ihr jeweiliger Stellenwert, ihre Bedeutung und ihre Bewertung bilden die Grundlage für meine gesamte Lebensgestaltung. Das Visuelle verdeutlicht noch einiges mehr! Ich habe eine gute Erfahrung damit gemacht, wenn ich eine (oder thematisch mehrere) Tortendiagramme aufmale und die benannten Stücke entsprechend ihrer Prozentzahl einzeichne.

Was gibt mir Halt aus der Vergangenheit und hält an?
Die Krise mit allem Drum und Dran kann die besten Geister in uns hervorrufen, wenn wir uns darauf einlassen und unsere Kanäle dafür öffnen. Es werden dabei jene Samen ins Wachstum gebracht, die ohnehin schon in uns angelegt sind, aber denen bisher das fürs Keimen und für Wachstum Notwendige nur unzureichend zugeführt wurde:

  • Welche Stärke wurde mir jetzt in einer bedrängten Situation (vielleicht aber schon in der Kindheit oder Jugendzeit) bewusst, die mir vorher gar nicht so aufgefallen war?
  • Welche Fähigkeit und Fertigkeit stecken darin?

Das bewusst Gewordene wie das, was z. B. gut gelungen ist oder was persönliche Stärken sind, kann gut genutzt und weiter ein- oder fortgesetzt werden. Dieses alles wirkt sich letztlich stärkend auf unser Selbstbewusstsein sowie unsere Selbstbestimmung aus. Es wird mehr und mehr von gewünschten Bereichen im Außen unabhängig werden.

Erfahrungsgemäß vollzieht sich die größte persönliche Entwicklung an Grenzen oder Begrenzungen unseres Lebens. Freiwillig suchen wir diese nicht auf. Wenn uns aber manchmal das „Ohne-wenn-und-aber-Phänomen“ in seiner Radikalität in den Weg gestellt wird, wir uns dem dann stellen müssen und nicht ausweichen können, brechen Knospen einer schlummernden und ungeahnten Kreativität auf. Und, oh Wunder, sie bereichern uns und unser Leben mit einem größeren Spektrum an Farben und dem Duft von erwachten lebendigen Blüten.

Was war ein in dieser Krise abgerungener Anteil einer Veränderung?
Es sind die in dieser Krise abgerungenen verborgenen Anteile, der schärfere Blick oder auch neu entwickelte Potenziale, die die Krise im Nachhinein zu einer wertvollen Erfahrung machen wird. Kommen Sie diesen auf die Spur:

  • Was war ein in dieser Krise abgerungener Anteil, in dem ich mal etwas ganz anders/anderes gemacht habe als sonst?
  • Wozu wurde ich gar gezwungen, und – mit Abstand betrachtet –das war gut so?
  • Was lässt mich ein wenig dankbarer für das Vergangene werden, weil letztlich nichts in unserem kleinen verletzlichen Leben selbstverständlich ist und sich dieses Erkannte nun als ein kleines persönliches Goldnugget für mich herausstellt?

Und ich denke, für manche:n ist es nicht übertrieben, auch von Goldsplitterchen zu sprechen.

Was fällt – ganz oder zeitweise – weg?

Manche in vergangener Zeit erlebten Prozesse sind vergleichbar mit der Gewinnung von reinem Gold. Dabei wird das Rohmaterial hohen Temperaturen ausgesetzt, um es von verunreinigenden Elementen zu trennen. Bei diesem Vorgang setzt sich auf der Oberfläche die Schlacke ab und kann in nachfolgenden Schritten gut abgeschieden werden. Auch in unserem Leben mit seinen Krisen und Engpässen vollziehen sich in seinen Hitzeprozessen Läuterungen oder Reinigungen (Reinigung: gr. katharsis) und ziehen „Ent-Scheidungen“ im Großen als auch im Kleinen nach sich.

  • Welche Entscheidungen habe ich – etwa nach langer Überlegung – getroffen, um mich von etwas zu trennen und es hat mir gutgetan, dass ich das gemacht habe?

Welche Entscheidungen habe ich – etwa nach langer Überlegung – getroffen, um mich von etwas zu trennen und es hat mir gutgetan, dass ich das gemacht habe?ng von reinem Gold. Dabei wird das Rohmaterial hohen Temperaturen ausgesetzt, um es von verunreinigenden Elementen zu trennen. Bei diesem Vorgang setzt sich auf der Oberfläche die Schlacke ab und kann in nachfolgenden Schritten gut abgeschieden werden. Auch in unserem Leben mit seinen Krisen und Engpässen vollziehen sich in seinen Hitzeprozessen Läuterungen oder Reinigungen (Reinigung: gr. katharsis) und ziehen „Ent-Scheidungen“ im Großen als auch im Kleinen nach sich.

Eine kleine Veränderung in unserer Einstellung, Haltung oder unserem Verhalten kann sich markant auf alles Weitere in unserem Leben auswirken. So tritt in einer Gruppe oder Familie möglicherweise große Irritation auf, wenn sich ein bislang berechenbares Verhalten ändert und eine Person auf einmal aus dem Gewohnheitsmodus ausschert und nicht mehr mitmacht. Was ist die Folge? Es muss ein neues Arrangement gefunden werden.
In unserem Lebensnetz ist eines mit dem anderen systemisch verbunden. Im Verlaufe dessen kann sich in seiner Lebendigkeit auch immer etwas in der Rangfolge oder der Priorität verschieben, weil sich etwas verändert hat, etwas neu bewertet oder ihm eine andere Bedeutung zugeschrieben wird. Systeme streben nach einem inneren Gleichgewicht. Und so wird das eben auch geschehen, wenn z. B. etwas hinzugekommen ist oder wegfällt, sich also etwas wie auch immer verändert hat.

Was soll in den Beziehungen bleiben oder gefestigt werden?

Wenden wir uns dem Nachhaltigkeitscheck unserer Beziehungen zu. Hierbei durchdringen wir die tieferen Elemente auf der Beziehungsebene und nehmen sie kritisch unter die Lupe. Das kann sich z. B. auf eine vernachlässigte Freundschaft beziehen, der wieder neues Leben eingehaucht wird.
Anschließend begutachten wir, bewerten und sortieren. Wir entscheiden im „Aschenputtel-Stil“: Was gehört ins Töpfchen, bleibt im nachhaltigen Portfolio meines Lebens und bekommt eine weitere Chance, obwohl es nicht so einfach ist, weiter am Ball zu bleiben und daran zu arbeiten? Welcher vernachlässigten Partnerschaft/Ehe/Freundschaft/anderen Beziehung kann wiederbelebt werden? Oder wo wurde bisher einseitig sehr viel Kraft und Hoffnung eingesetzt, was sich erschöpft hat, so dass es einer Entscheidung bedarf? Das kommt ins Kröpfchen.
Das positiv Bewertete und mit Hoffnung Versehene landet in der Schüssel. Es bildet die Basis für die fundamentale Ausstattung und Ausrüstung von weiteren nachfolgenden und nachhaltigen Aufgaben und Zielen:

  • Was ist nach meinem Prüfen und Auswählen mit einer guten Bewertung und hoffnungsvollen Einschätzung versehen in dieser Schüssel gelandet, das mir Halt und Fundament für mein weiteres Leben gibt?
  • Welche Erfahrung ist damit verbunden?
  • Welche Eigenschaften und Merkmale hat es?

Unsere Beziehungen sind durch ein Hin und Her bestimmt, von Aktionen, bei denen materielle und immaterielle „Waren“ im Geben und Nehmen ausgetauscht werden. Lebensräume bieten sich an, in denen sich ein jede:r mittels persönlicher Ausstattung von Kompetenzen und Fähigkeiten einbringen kann.

Wie sieht es aus mit meinen Worten und Taten?

Manches ist in der Bedeutung für den Nächsten auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar. Es fängt an mit kleinen Gesten, Worten und Handreichungen: als erstes wäre das Lächeln zu nennen, als die kürzeste Verbindung von Mensch zu Mensch, oder das wirklich interessierte Zuhören mit entsprechend ernsthaft gestellten Fragen. Je besser wir uns kennen mit unseren Bedürfnissen, unserem Wollen und Können, umso bereichernder ist es für unser Leben. Dazu zählen auch die Werte, die uns und unser Handeln leiten.

Wenn ich selbst meine Bedürfnisse nicht kenne, kann ich sie auch nicht formulieren. Im Sinne von: Wenn du nicht weißt, was du willst und was dir wichtig ist, kann auch der andere nicht wissen, was du brauchst, um es dir zu geben.
Also liegt es an mir, darum zu wissen und es auch klar aus- oder anzusprechen. Ist mir Respekt wichtig oder Aufrichtigkeit, dann werde ich auch entsprechend darauf achten. Zum Nachdenken:

  • Welche drei bis fünf Bedürfnisse sind mir in meinem Leben wichtig und stehen in ihrer Erfüllung ganz oben auf der Liste?
  • Welche drei Werte bestimmen meine Motivation und leiten mein Handeln?

Bezogen auf meine Authentizität und Stimmigkeit in der Beziehung zu den Menschen, die mit mir auf dem Wege sind, zeigt sich, ob meine Worte auch in Taten umgewandelt werden:

  • Rede ich nur schlau daher oder folgen bei mir auch Taten?
  • Stimmen meine Worte mit meinen Taten überein?
  • Trage ich laut deklarierte Lehrinhalte oder Glaubensüberzeugungen nur wie eine Monstranz vor mir her, oder bekommen diese auch Füße, Hände und ein Herz in meinen fundierten Verhaltensweisen und im konkreten Handeln?

Unsere Taten, unser Teilen und unser Geben machen uns nicht ärmer. Im Grunde genommen – unter dem Strich besehen – stellt sich meistens heraus, dass mir letztlich nichts fehlt oder weniger wird, wenn ich abgebe, weil das Gegebene sich in einer Win-win-Gestaltung vermehrt.


Wie sehe ich mich in meinem Menschsein

Manche:r sieht im zwischenmenschlichen Verhalten derzeit alte Erfahrungen bestätigt, manche:r hat auch neue gemacht wie z. B. in einem vergrößerten Verständnis füreinander oder als ein liebevolles, teilnehmendes Verstehen.
So tat sich auf einmal eine Nachbarschaftshilfe auf, weil der Blick mancher Menschen über den familiären Rahmen hinaus ging, in deren Sorge, Versorgung und Unterstützung hin zu einem anderen und gar bisher ihm fremden Menschen. Da offenbarte sich neues (Er-)Leben und ein Ausdruck von Liebe, Nächstenliebe und Fürsorge, wo man ihn gar nicht erwartet hätte.
Aber auch manche Kehrseite zeigte sich, wenn ein erwartetes „Nächstenliebe-Paket“ mitsamt der Person sich nun gekonnt versteckte. Da ist die Freude auf der einen Seite und die Enttäuschung und Traurigkeit auf der anderen Seite des Ufers – beide gehören zum Fluss.
Doch wie sieht es bei mir selbst aus, wenn ich mich im Spiegelbild betrachte?

  • Lasse ich mich – entsprechend meinen Möglichkeiten – in eine soziale Mitverantwortung einbinden?
  • Verstehe ich mich als ein Teil von dem Ganzen, im Sinne von je mehr wir sind, umso schneller erreichen wir etwas gemeinsam?
  • Was genau kann ich im Dienst der Mitmenschlichkeit und in gegenseitiger Verantwortung tun?
  • Wie können Früchte der Anstrengungen, der guten Bewältigung von verschiedenen Herausforderungen und der Umwandlungen von Verlusten in Gewinn vermehrt werden?

Die folgenden Fragen gehen noch ein wenig intensiver auf bisherige Themen ein und laden ein zur Überprüfung. Auch hier will ich mich voll und ganz mit einbeziehen und mir selbst einen Spiegel vorhalten:

  • Wie nehme ich eine sich mir bietende Chance wahr und wie nutze ich sie?
  • Bin ich in der Abwägung der Entscheidungen in erster Linie ein Nutznießer:in, Gewinnmaximierer:in und Vorteilsuchende:r?
  • Zählt nur das, was allein der Befriedigung meiner persönlichen Bedürfnisse dient?
  • Sehe ich es so, dass ich es ja schließlich verdient habe, dieses „Etwas“ zu bekommen – ohne etwas abzugeben?
  • Gehöre ich dem „Stamme Nimm“ in seiner Einseitigkeit und nur mit der empfangenden Hand an?
  • Ist das Leben für mich eine Einbahnstraße, die ausschließlich zu mir und der Erfüllung nur meiner Bedürfnisse hinführt?

Wie sieht es aus mit meinem Beruf oder gar meiner Berufung?
Beruf und Berufung müssen nicht immer übereinstimmen. In dieser besonderen Zeit steht vielleicht auch dieses Thema auf dem Prüfstand, sei es von außen und eher ungewollt oder von innen angestoßen.
Das beinhaltet, klare, effiziente Fragen zu stellen, vorsichtiges Austesten von vielen kleinen Nuancen und feinen Schrittchen und der bewussten Einbeziehung und Nutzung von innewohnenden Ressourcen für (s)eine neue berufliche Aufgabe und bestenfalls auch entsprechend der eigenen Berufung:

  • Wo stehe ich mit meiner beruflichen Karriere?
  • Habe ich noch Spaß an meinem Arbeitsplatz?
  • Welche Ziele habe ich noch nicht erreicht?
  • Welche Wünsche und Interessen bestehen noch und sind nach wie vor interessant?
  • Welche Möglichkeiten habe ich nicht voll ausgeschöpft?
  • Was steckt in mir noch an Potenzial?
  • Wie und wo kann ich mich beruflich noch weiterentwickeln?
  • Welche Ressourcen sind mir dafür bewusst und wo muss ich noch einmal etwas intensiver nachdenken, um mich derer zu erinnern, um sie zu nutzen?
  • Wie kann ich sie in ein nachhaltiges Konzept verarbeiten?


Zum Schluss eine ganzheitliche fantasievolle Frage: Was wäre, wenn …?
Angenommen Sie hätten eine Million Euro im Lotto gewonnen, verschiedene Menschen würden Sie vorbehaltlos auf Ihrem Weg unterstützen und Sie wären frei von sonstigen Verpflichtungen, was würden Sie dann mit Begeisterung und großem Interesse und Einsatz tun?
Die Frage provoziert eine Unbegrenztheit im Denken, Fühlen und Handeln und schließt das Equipment der Fantasie mit ein, um zusätzlich den Horizont zu erweitern. Und bestenfalls tun sich, gerade jetzt mit Covid-19, wo vieles an Routine ausgehebelt ist, bisher nicht erkannte Potenziale auf, weil Entwicklung an den Grenzen des Bisherigen geschieht! Wandel und Umwandlung sowie Transformation sind Worte der Innovation, die das gelingende Handeln bedingen und etwas bewegen. Wobei dafür oft der erste kleine Schritt, der entscheidende ist, weil (man kann es gar nicht oft genug wiederholen) systemisch und ganzheitlich gesehen gilt: Wird an einer Stelle etwas verändert, wirkt es sich aufs Ganze aus!

 

Christa H. Herold, Psychologische Beraterin, ist in eigener Praxis in der systemisch-lösungsfokussierten Beratung, Therapie und Supervision tätig. Darüber hinaus ist sie geprüfte Schriftpsychologin, Burn-out-Beraterin und zertifizierte Mediatorin. Alle Beiträge von Christa H. Herold finden Sie hier.

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