Welt – Hunger – Hilfe – Zeithistorische Forschungen

Das aktuelle Themenheft »Welt – Hunger – Hilfe« der Zeitschrift »Zeithistorische Forschungen« untersucht und diskutiert Fragen der Welternährung und Hungerhilfe. Nach wie vor gehört Hunger zu den größten Menschheitsproblemen, eng verknüpft mit Aspekten der sozialen Ungleichheit, der Gesundheitsversorgung, der Demographie und der Migration, der Umweltsituation und des Klimawandels. Um dies besser einordnen und bewerten zu können, bedarf es nicht zuletzt historischer Erklärungen. Hunger ist kein Naturereignis, sondern hat eine Geschichte.

Gerade für das 20./21. Jahrhundert ist inzwischen auch die Hungerhilfe ein Thema, das historische Perspektiven erfordert – zumal sich die unterschiedlichen Versuche zur Bekämpfung des Hungers nicht eindeutig als „Erfolg“ oder „Scheitern“ bilanzieren lassen. Das Heft stellt zeithistorische Konzepte, Praktiken und Lernprozesse der Versorgung, Hungerhilfe und -prävention ins Zentrum. Die Beiträge adressieren drei große zeithistorische Forschungsfelder: die Geschichte des Humanitarismus, die Geschichte Internationaler Organisationen und zivilgesellschaftlicher Akteure sowie die Geschichte von Ernährung und Versorgung im Zeitalter der Ideologien.

Die Fallstudien widmen sich der sowjetischen Lebensmittelhilfe für Afrika in der Ära des Kalten Krieges, dem Kampf der Weltgesundheitsorganisation gegen Mangelernährung und Kindersterblichkeit sowie der Rolle von Ernährungsforschung und Lebensmittelindustrie auf der Suche nach neuartigen „Wonder Foods“. Weitere Beiträge betrachten den Einfluss von international verbreiteten Fotografien auf die Hungerhilfe für Bengalen im Jahr 1943, Pearl S. Bucks literarische Darstellung der chinesischen Landbevölkerung in ihrem Klassiker „The Good Earth“ von 1931 und Amartya Sens ökonomisches Erklärungsmodell für Hungersnöte. Ein Interview mit dem britischen Forscher Tom Scott-Smith reflektiert das Verhältnis zwischen praktischer humanitärer Hilfe, ethnographischer und historischer Forschung.

Zusätzlich zum thematisch gebundenen Teil enthält dieses Heft vier Beiträge zu anderen Themen. Drei davon beschäftigen sich mit der Vorgeschichte, Geschichte und Nachgeschichte der NS-Herrschaft, speziell im Hinblick auf Quellen der Judenverfolgung und des Antisemitismus.

Die »Zeithistorischen Forschungen« werden am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam herausgegeben von Frank Bösch, Konrad H. Jarausch und Martin Sabrow. Die Zeitschrift erscheint dreimal jährlich gedruckt und zugleich im Open Access.

Gastherausgeberinnen des aktuellen Themenheftes sind Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer (Bergische Universität Wuppertal) und Prof. Dr. Heike Wieters (Humboldt-Universität zu Berlin).

 

Presseinformation des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) – Marion Schlöttke, Öffentlichkeitsarbeit.

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