»Kirchen« – das Heft der INDES diskutiert das Verhältnis von Politik, Kirche und Macht!

2017 jährt sich zum 500. Mal der berühmte Thesenanschlag, bei dem Martin Luther seine 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche nagelte. Um und über das damit verbundene, nicht zuletzt durch Luther neu aufgesetzte Verhältnis von Politik, Macht und Kirche wird im Angesicht des Reformationsjubiläums in diesem Jahr (weiter) gerungen werden. Wann, und wenn ja wie, sollte Kirche sich in Politik einmischen? Im Spannungsfeld zwischen christlichen Werten und den Ängsten auch zahlreicher Gläubiger angesichts von Millionen Flüchtenden ist die Frage nach Kirchen und Politik besonders brisant.

Wenn Kirchen nur noch Durchgangsstationen für Passageriten sind, wenn religiöses Leben und Denken sich kaum noch lebensweltlich abbildet – welche politische Relevanz besitzt dann noch »Kirche«? Eine besondere Relevanz gewinnt diese Frage aktuell dadurch, dass die Kirchen in der Bundesrepublik – und darüber hinaus – gegenwärtig wie selten zuvor im Spannungsfeld zwischen christlichen Werten wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe und den Ängsten auch zahlreicher Gläubiger angesichts von Millionen Flüchtenden hin- und hergerissen sind. In derselben Zeit, in der etwa die katholischen Bischöfe in Bayern mit der CSU um ihren Begriff von Humanität ringen und die AfD geißeln, machen die Orthodoxen beider Konfessionen europaweit auf den Straßen gegen die gesellschaftlichen Liberalisierungstendenzen der vergangenen Dekaden mobil. Derweil die Kirchenoberen der christlichen Konfessionen in Deutschland als Wortführer einer umfassenden Willkommenskultur agieren, unterstützen die Kirchen in Polen und Ungarn die Abschottungspolitik der dortigen Regierungen. Während die Großkirchen fortgesetzt schrumpfen und alternative Kleinkirchen sowie charismatische Bewegungen weltweit wachsen, feiert die Rede von der Christlichkeit des Abendlandes als Fundamentalprägung der durch muslimische Zuwanderung vermeintlich bedrohten (west-)europäischen Kultur fröhliche Urständ.

Zur Erhellung des Themas will INDES sich wie gewohnt nicht allein in der Gegenwart umsehen, sondern in den Beiträgen, etwa in Portraits, Inspektionen und Gesprächen, auch nach der Genese, Geschichte und Wandel des spannungsreichen Wechselverhältnisses von Politik, Kirche und Macht fragen.

Zur Quelle.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Zeitschrift