Heimat – Zur Dynamik innerer Bilder

Rainer Gross betrachtet in seinem Buch »Heimat: Gemischte Gefühle« den Begriff »Heimat« und »Heimatgefühle«, die politisch gerade in aller Munde sind, aus zweierlei Perspektive: Aus psychologischer Sicht wird gefragt, wie und wodurch unsere inneren Bilder von »Heimat« geprägt werden, aus soziologischer Sicht, welche Funktionen »Heimat« für die Bildung individueller und kollektiver Identität hat. Fest steht jedoch: »Heimat« hat als Assoziationsgenerator ein schier unendliches Potenzial, wodurch »Heimat« zwangsläufig ein politisch umkämpftes Konzept darstellt.

Globalisierung, gestiegene geographische wie soziale Mobilität und gesellschaftliche Umwälzungen durch Krisen jeglicher Art, Migration oder veränderte Demographie haben weitreichende Auswirkungen auf die aktuelle Vorstellung von »Heimat« und Identität, die niemals emotionslos wahrgenommen und betrachtet werden können. Die Komplexität von »Heimat« und »Heimatgefühlen« wird hier bereits angedeutet – aus diesem Grund beleuchtet Rainer Gross nicht nur die Psychodynamik unserer inneren Bilder von Heimat, sondern auch historische, soziologische und politische Positionen von »Heimat« sowie soziologische, psychologische und psychoanalytische Konzepte von Identität.

Anhand facettenreicher Praxisbezüge verdeutlicht Rainer Gross seine theoretischen Ausführungen: Sei es der Patriotismus beziehungsweise »aufgeklärte« Nationalismus, der speziell aus dem »Fußball-Sommermärchen« 2006 oder der gewonnenen Fußball-Weltmeisterschaft 2014 resultierte. Sei es die Betrachtung verstärkt aufkommender Ostalgie als Reaktion auf eine gefühlte »Kolonisation« durch die Bundesrepublik und einer ausgeprägten gesellschaftlichen Stützfunktion durch Herstellung einer Wir-Identität mit Solidaritätsbekundung gegenüber der alten Bezugsgruppe.

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